Wiener Audimax von der Polizei geräumt
Die Polizei in Wien hat das seit rund zwei Monaten von protestierenden Studenten besetzte Audimax der Universität Wien geräumt. Die Studenten wie die dort inzwischen wohnenden Obdachlosen verliessen Österreichs grössten Hörsaal ohne Widerstand, berichtete der Sender ORF.
Ab 6. Januar wieder Vorlesungen
Nach Angaben eines Polizeisprechers fanden die Beamten am Morgen rund 15 Studenten und 50 Obdachlose vor. Der Hörsaal soll nun wie die ganze Universität bis zum 6. Januar geschlossen bleiben, dann finden wieder Vorlesungen statt.
Österreichs Studierende beschweren sich - wie auch in Deutschland und der Schweiz - über die Folgen der Einführung des Bachelor- und Mastersystems. In Österreich geht es aber auch um schlechte Studienbedingungen.
Mit Deutschen überfüllte Hörsäle
Die Hochschulen in der Alpenrepublik sind unter anderem wegen des Zulaufs von Studenten aus Deutschland, für die keine Zulassungsbeschränkungen gelten, überlaufen.
Deutsche können in Österreich trotz mässiger Abiturnoten oft auch dann noch ihr Wunschfach studieren, wenn dies in Deutschland wegen des Numerus-Clausus-Systems nicht mehr ohne weiteres möglich wäre.
Zulassungsbeschränkungen gefordert
Mehrere österreichische Unis haben inzwischen beim Wissenschaftsministerium Anträge gestellt, um auf Basis eines «Notfallparagrafen» Zulassungsbeschränkungen für besonders überfüllte Fächer wie Publizistik und Architektur einführen zu können.
Weiter gehen die Studentenproteste in Linz und Graz. Auch in Wien sind immer noch Hörsäle in der Hand von Hochschülern.
Wissenschaftsminister Johannes Hahn versprach, die Anliegen der Studenten würden nicht ungehört verhallen. Die Diskussion darüber könne bis nächsten Sommer gehen. (pet, dpa/sda)
Mehr zu den Stichwörtern:
