Die Rauchverbote verbreiten sich: Wie sich der Qualm aus Europa verzieht
Raucher müssen draussen bleiben. Was in Bern schon gilt, ist ab 1. Mai in der ganzen Schweiz Gesetz. (key)
Äusserst strikt sind die Gesetze in Grossbritannien. Wer rauchen will, muss raus. Fast so strikt ist Irland, das die Pionier-Position im Nichtraucherschutz einnahm. Doch sogar dort gibt es Ausnahmen: In «geschlossener Gesellschaft» ist das Rauchen nach wie vor erlaubt.
Auch nach dem ab 1. Mai kann aber in Schweizer Restaurants noch geraucht werden, in Raucherräumen. Ähnlich handhaben dies Italien, Lettland, Finnland, Slowenien, Frankreich und Holland.
Wut bei Gastronomen
Raucher, die in Bars und Restaurants nicht rauchen dürfen, bleiben am Abend offenbar eher zu Hause. In vielen Ländern, in denen das Rauchverbot gilt, gingen die Umsätze in Pubs, Cafés und Restaurants zurück.
Besonders hart traf es die Beizer in Mazedonien. Dort sanken die Umsätze seit der Einführung des Rauchverbots um bis zu 70 Prozent. In Grossbritannien schliessen pro Woche 52 Pubs - doch daran dürfte die Rezession mitschuldig sein.
Skurrilitäten des Nichtraucherschutzes
Not macht erfinderisch, oder verrückt nach Kultur: In Norwegen gilt zwar ein Rauchverbot, doch bei Events darf man weiterhin rauchen. Das führte dazu, dass Norwegens Kulturleben bereichert wurde, die Agenda ist voll von Dichterlesungen und Vernissagen.
Besonders skurril ist die Situation in Hollands Coffee Shops. Die Gäste dürfen sich zwar noch Joints anzünden - diesen jedoch keinen Tabak beimischen. Keine Grenzen gibt es für Raucher in Ungarn: Dort darf selbst im Kino noch gequalmt werden. (jam)
