Krise im Führerstand der SBB
Das Personal im Führerstand der SBB wechselt hochtaktig, seit Andreas Meyer die Bundesbahnen leitet. Der Abgang noch in der Probezeit von Jürg Schmid, dem Chef Personenverkehr, ist bisher nur der auffälligste Wechsel an der SBB-Spitze. Politiker fordern die SBB zum Handeln auf.
Führungskarrussel dreht sich ohne Ende
Vom Cargo-Chef Daniel Nordmann bis zum Personenverkehrsleiter Paul Blumenthal haben mittlerweile alle sechs Konzernleitungsmitglieder aus der Ära Benedikt Weibel die SBB verlassen. Doch die vielen Wechsel an der Spitze beunruhigen Ulrich Gygi den Verwaltungsratsratspräsidenten der SBB wenig.
«In dreieinhalb Jahren ist es nicht ungewöhnlich, dass im Konzern verschiedene Spitzenfunktionen neu besetzt werden. Ich habe seinerzeit bei der Post bis auf einen auch alle Mitarbeitenden der Konzernleitung ausgewechselt», sagte Gygi gegenüber Schweizer Radio DRS.
Meyer polarisiert
Die Kaderleute, die sich für die Kündigung entschieden haben mögen alle ihre unterschiedlichen Gründe aufführen, doch Andreas Meyers Führungsstil dürfte bei einigen mitgespielt haben. Ehemalige und aktuelle SBB-Kaderleute sagen, Meyer polarisere, er gehe ohne Rücksicht auf historisch gewachsene Strukturen vor, forsch und fordernd. Wer nicht mitziehen wolle, der gehe früher oder später, heisst es.
Politik schaltet sich ein
Nun fordern Politiker und SBB-Vertreter den Verwaltungsrat auf, einzugreifen. Es müsse wieder Ruhe einkehren, sonst werde das Vertrauen der Bähnler in ihre Führung und das der Kundschaft in die Bahn aufs Spiel gesetzt. Ulrich Gygi nimmt diese Forderung ernst, wie er gegenüber Schweizer Radio DRS erklärt: «Ich selber bin fast täglich im Gespräch mit Andreas Meyer, und ich habe ein gutes Gefühl, dass wir diese Probleme in den Griff bekommen werden.» (rend/bonk)
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