Viele schlecht informiert über Gesundheitswesen
Gesundheitsumfrage offenbart Widersprüchliches
Knapp die Hälfte der Bevölkerung ist schlecht informiert über das Schweizer Gesundheitssystem. Gemäss einer Umfrage von Santésuisse wissen über 50 Prozent der Befragten nicht, für welche Leistungen die Grundversicherung einer Krankenkasse aufkommt.
Auch seien sich nur 53 Prozent der Befragten bewusst, dass die Krankenkassen in der Grundversicherung keinen Gewinn machen dürfen, teilte Santésuisse, der Branchenverband der Schweizer Krankenkassen, mit.
Die Ergebnisse stammen aus der Umfrage «Sondage santé», für die im vergangenen Juni rund 1200 Personen befragt wurden.
Santésuisse will Wissenslücken schliessen
Die Wissenslücken kommen die Versicherten unter Umständen teuer zu stehen: Fast ein Fünftel der Befragten kennt keine einzige Möglichkeit, wie im heutigen Krankenkassen-System Prämien gespart werden könnte. Um den Wissensstand der Bevölkerung zu erhöhen, hat Santéuisse die Informationskampagne «immer-mit-ihnen.ch» lanciert.
Gute Noten für Managed Care
Der integrierten Versorgung (Managed Care) stellt die Santésuisse-Umfrage ein gutes Zeugnis aus: 69 Prozent der Befragten seien überzeugt, dass die Versorgungsqualität durch das System besser werde.
Zudem erachten demnach 65 Prozent Managed Care als wichtige Massnahme, um im Gesundheitswesen Kosten zu sparen. Von Managed Care-Modellen spricht man, wenn sich Leistungserbringer - etwa Hausärzte, Spezialärzte und Physiotherapeuten - zum Zweck der Koordination der medizinischen Versorgung zusammenschliessen.
Solche Netzwerke sollen in Zukunft die Regel sein. Wer weiterhin seine Ärzte völlig frei selber wählen will, müsste dann einen höheren Selbstbehalt zahlen. (bat, sda)
