Schneider-Ammann und Keller-Sutter auf FDP-Ticket
Konkurrieren im Kampf um den Sitz von Hans-Rudolf Merz: Johann Schneider-Ammann und Karin Keller-Sutter (Keystone)
Die Kandidaten der FDP
Auch die FDP-Fraktion steigt mit zwei Kandidierenden in die Bundesratswahl vom 22. September. Sie will ihren Sitz mit dem Berner Nationalrat Johann Schneider-Ammann und der St. Galler Regierungsrätin Karin Keller-Sutter verteidigen.
Die Nomination von Schneider-Ammann und Keller-Sutter ist keine Überraschung. Peter Malama aus Basel, der Züricher Ruedi Noser und Ignazio Cassis aus dem Tessin galten schon zuvor als chancenlos.
Keller-Sutter vorne
Den ersten Platz auf dem Zweierticket erhielt Karin Keller-Sutter. Sie wurde von der FDP-Fraktion im dritten Wahlgang mit 23 von 45 Stimmen gewählt, wie FDP-Fraktionschefin Gabi Huber vor den Medien sagte. Für den zweiten Listenplatz wurde Johann Schneider-Ammann im ersten Wahlgang gewählt, ebenfalls mit 23 von 45 Stimmen.
«Eiserne Lady»
Die 46-jährige Karin Keller-Sutter gehört seit 10 Jahren der St. Galler Regierung an. Der Justizdirektorin wurde wegen ihrer Positionen in der Ausländerpolitik sowie ihrem Vorgehen gegen Fussball-Hooligans die Etikette «Eiserne Lady der Ostschweiz» angehängt.
Auf ihre Initiative hin führte St. Gallen 2003 als erster Kanton die polizeiliche Wegweisung gewalttätiger Ehepartner ein. Das Instrument setzte sich schweizweit durch. Mit diesem Engagement hat Keller-Sutter selbst bei den Linken gepunktet.
Finanzplatz-Kritiker
Der 58-jährige Johann Schneider-Ammann hat sich vor allem als Vertreter des Werkplatzes und der Sozialpartnerschaft einen Namen gemacht. Schon früh kritisierte er überrissene Manager-Boni sowie das Verhalten der Finanzbranche. Damit holte sich der Präsident des Branchenverbandes Swissmem auch bei der Linken Sympathien.
Schneider-Ammann ist Elektro-Ingenieur und heiratete in die Unternehmerfamilie Ammann ein. In den 80er-Jahren stieg er in die Ammann Group ein und baute die Baumaschinenfirma schrittweise aus. Heute zählen Schneider-Ammann und seine Familie mit einem geschätzten Vermögen von 500 bis 600 Millionen Franken zu den 300 Reichsten der Schweiz. (luek, sda)
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