Keine Spur vom Bieler Schützen
Sicherheitskräfte umstellen das Wohnhaus des 67-Jährigen in Biel. (Keystone)
Der bewaffnete Mann, der sich seit Mittwoch in einem Bieler Wohnhaus verschanzt gehalten und zwischenzeitlich mehrere Schüsse auf die Einsatzkräfte abgegeben hat, ist entkommen. Der 67-Jährige sei auf der Flucht, teilte die Kantonspolizei mit. Wie der Mann aus dem umstellten Haus entkommen konnte und wohin er flüchtete, ist nicht bekannt.
100 Polizisten auf der Suche
Die Polizei hatte nach eigenen Angaben am Nachmittag festgestellt, dass sich der Mann nicht mehr im Gebäude aufhält. Nun würden die Liegenschaft und die Umgebung des Hauses abgesucht. Im Einsatz seien Spürhunde, ein Super-Puma der Schweizer Armee und eine Wärmebildkamera.
«Wir suchen überall», sagte der Polizeichef der Polizei Berner Jura/Seeland, François Gaudy, vor den Medien. Mehr als 100 Polizisten kämmen demnach die Umgebung in Biel ab. Gaudy mahnte die Bevölkerung zur Vorsicht: «Wir müssen davon ausgehen, dass der Mann bewaffnet ist und dies stellt immer eine Gefahr für die Bevölkerung dar».
Finanzielle Probleme?
Einzelheiten zu dem Mann und seinem Hintergrund sind derzeit nur wenige bekannt. Der Senior soll in dem Haus im Bieler Lindenquartier wohnen, das Gebäude steht vor der Zwangsversteigerung.
Wie es hiess, war für Mittwochnachmittag ein Besichtigungstermin angesetzt gewesen. Seither hatte der Mann sich in dem Haus verschanzt. In der Nacht auf Donnerstag war er nach Angaben der Polizei dann plötzlich auf die Strasse getreten und gab mehrere Schüsse ab. Dabei wurde ein Polizist schwer verletzt. Sein Zustand ist nach Angaben der Kantonspolizei Bern stabil.
Einweisung in die Psychiatrie
Der Bieler Regierungsstatthalter Werner Könitzer sagte, der Bieler Schütze hätte sich demnächst bei einem Psychiater vorstellen sollen. Bereits vor vor dem Zwischenfall habe man geprüft, ob ein so genannter «fürsorgerischer Freiheitsentzug» vorgenommen werden müsse.
Könitzer erwähnte mehrere Briefwechsel, in denen der Rentner gedroht haben soll. Aus den Briefen könne man ableiten, dass der Mann verwirrt sei. Er selbst sei eine mögliche Zielperson der Drohungen gewesen. (ank/cdm, sda/dpa)
