Mutmasslicher Schweizer Schläger gesteht
Einer der drei Schweizer Jugendlichen, die wegen versuchten Mordes und schwerer Körperverletzung in München vor Gericht stehen, hat ein umfassendes Geständnis abgelegt. Zudem hat er sich beim Hauptopfer entschuldigt und ihm einen Brief übergeben.
Im Prozess bisher geschwiegen
Das Geständnis entspreche im Wesentlichen den Angaben, die der heute 18-Jährige bei der polizeilichen Untersuchung am Tag nach der Tat gemacht hatte, sagte eine Gerichtssprecherin nach der nicht öffentlichen Verhandlung. Im Prozess hatte er bisher - wie die beiden anderen Angeklagten - geschwiegen.
Gemäss der Gerichtssprecherin hatte der 18-Jährige «glaubhaft reuig» gewirkt. Das Geständnis werde sich im Falle einer Verurteilung in jedem Fall strafmildernd auswirken.
Entschuldigung an die Opfer
Der Angeklagte, der nun ein Geständnis abgelegt hat, entschuldigte sich auch bei den Opfern und beim Gericht, wie es in einer Mitteilung der Justizpressestelle München heisst. Er habe einen im März 2010 handschriftlich abgefassten Entschuldigungsbrief an das am schwersten verletzte Opfer übergeben.
«Glaubhaft reuig» gewirkt
Der neue Verteidiger des Jugendlichen sagte nun am Rande des Prozesses vor der Jugendkammer des Landgerichts München, sein Mandant habe «insgesamt plausibel gemacht, dass er bereut, was ihm vorgeworfen wird».
Eigentlich habe sich der Jugendliche von Anfang an entschuldigen und sich auch sonst äussern wollen. Hiervon habe ihm aber sein früherer Verteidiger abgeraten.
Sein Mandant habe sich nicht vorstellen können, dass jemand zu Tode käme, und keine Tötungsabsichten gehabt, machte der neue Anwalt nun geltend. Er habe mit dem Rechtsvertreter des einen lebensgefährlich verletzten Opfers über einen Täter-Opfer-Ausgleich und Schmerzensgeld gesprochen. Einen Betrag nannte er jedoch nicht.
Gestehen nun auch die beiden anderen?
Nach dem Geständnis zogen sich die beiden anderen Angeklagten mit ihren Verteidigern zurück, um auszuloten, ob auch sie gestehen wollten. Die Verteidiger wollen dem Gericht vor dem nächsten Prozesstag am 26. Oktober bekannt geben, ob ihre Mandanten sich auch äussern wollen.
Gewaltexzess auf Klassen-Reise
Die drei ehemaligen Berufsschüler aus Küsnacht ZH hatten auf Anraten ihrer Anwälte seit Prozessbeginn im März im Gerichtssaal geschwiegen. Ihnen wird vorgeworfen, sie hätten während der Klassen-Abschlussreise nach München Ende Juni 2009 fünf Passanten brutal zusammengeschlagen und dabei zwei lebensgefährlich verletzt. (pet, sda/dpa)
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