Wirtschaft warnt vor Atomausstieg
Frank Ruepp, Magdalena Martullo-Blocher, Bruno Zuppiger, Gerold Buehrer und Hans Hess fordern eine zuverlässige Stromversorgung (Keystone)
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Wirtschaftsvertreter haben ihre Forderungen zur Schweizer Energiepolitik präsentiert. Dabei warnten sie vor einem übereilten Ausstieg aus der Atomenergie. Die Schweiz brauche eine möglichst autonome Versorgung, sagte Economiesuisse-Präsident Gerold Bührer in Bern - und dazu brauche es vorläufig noch die Kernenergie.
Preisanstieg und Arbeitsplatzabbau
Würden in der Schweiz sämtliche AKW vom Netz gehen und die Lieferverträge mit Frankreich gekündigt, würde sich unser Land im Winterhalbjahr nur noch zu knapp 40 Prozent selbst versorgen können, führte der Präsident des Wirtschaftsdachverbandes weiter aus.
Und dies, so Gerold Bührer, würde die Strompreise in die Höhe treiben: Eine Erhöhung von 30 Prozent würde die Industrie eine halbe Milliarde Franken kosten. Der Abbau von Arbeitsplätzen und die Verlagerung von energieintensiven Betrieben ins Ausland wären die Folgen.
Gesamtstrategie gefordert
Eine verlässliche Stromversorgung und günstige Strompreise seien ein wichtiger Wettbewerbsfaktor, betonten auch andere Vertreter von Economiesuisse, des Schweizerischen Gewerbe- und Industrieverbands, des Verbandes der chemische-pharmazeutischen Industrie (SGCI) sowie der Interessengemeinschaft der energieintensiven Branchen.
Die Option Kernenergie müsse aufrechterhalten werden - insbesondere mit Blick auf ihre technologische Entwicklung, hiess es weiter. Eine vorzeitige Ausserbetriebnahme der bestehenden AKW aus politischen Gründen lehne die Wirtschaft ab. Zwar unterstütze man die Sistierung der anstehenden Gesuche um Ersatzkernkraftkapazitäten. Eine Neubeurteilung müsse aber rechtzeitig vorgenommen werden.
Kompensation von Atomstrom sichern
Über einen allfälligen Atomausstieg könne erst entschieden werden, wenn sichere, wettbewerbsfähige und umweltfreundliche Kompensationsmöglichkeiten zur Verfügung stünden. Alle Massnahmen zur Entwicklung erneuerbarer Energien sollten über marktwirtschaftliche Lösungen gefördert werden. Um eine Versorgungslücke zu vermeiden wären nach Ansicht der Wirtschaftsverbände Gaskombikraftwerke geeignet. (smus, sda)
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