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Sonntag, 3.7.2011

Volksfest zum Jahrestag der Schlacht von Sempach

Sempach hat an den Sieg der Eidgenossen über die Habsburger vor 625 Jahren erinnert. Der traditionelle Marsch auf das Schlachtfeld wurde erstmals durch ein Volksfest ersetzt. Die Hoffnung: Der Anlass soll so weniger Rechtsextreme anziehen.

Erinnern an die Schlacht von Sempach. (Reuters)

Die Stadt Sempach hat an den Sieg der Eidgenossen über ein habsburgisches Ritterheer vor 625 Jahren erinnert. An einem Festakt in der Sempacher Kirche St. Stephan nahm auch Bundesrätin Doris Leuthard teil.

Die Feiern folgen in diesem Jahr einem neuen Konzept, das der Kanton Luzern im Vorfeld entworfen hatte. Erstmals gab es den traditionellen Marsch auf das Schlachtfeld nicht. Stattdessen wurde in der Altstadt ein Mittelalterfest organisiert.

Anlass für politische Zwecke missbraucht
Der Kanton sah sich zu der Neuerung gezwungen, weil der Anlass in den vergangenen Jahren immer wieder von Rechtsextremen instrumentalisiert worden war. Eine Wende gab es 2009, als junge Linke eine Gegendemonstration durchführten. Um eine direkte Konfrontation zu verhindern, war ein grosser Polizeieinsatz nötig.

Die hohen Kosten zwangen den Kanton, über die Bücher zu gehen. 2010 beschränkte sich die Feier auf einen Gedenkgottesdienst. Mit dem neuen Konzept hoffen die Veranstalter nun, die Schlachtfeier für Familien attraktiver zu machen - und weniger anziehend für die Rechten.

Leuthard: «Schweiz muss in die eigene Kraft vertrauen»
Bundesrätin Leuthard erinnerte in ihrer Rede daran, dass die Schweiz damals wie heute in die eigene Kraft vertrauen müsse. Wie 1386 stehe das Land auch heute an einer Zeitenwende. Die Habsburger seien besiegt worden, weil sie etablierten Machtstrukturen vertraut hätten.

Am 9. Juli 1386 hätten sie schmerzhaft erkennen müssen, dass sie in der Schweiz nichts zu befehlen hätten, so Leuthard. Die alten Eidgenossen hätten Vertrauen gewonnen in ihre politische Idee und in ihre Gestaltungskraft.

Auch die heutige Zeit ist nach Leuthards Worten von einem starken Wandel geprägt. Weltwirtschaftlich und machtpolitisch verschöben sich die Gewichte. Technisch erinnere uns Fukushima an die Risiken der modernen Gesellschaft.

Vertrauen und konstruktive Kritik
Leuthard sprach sich für eine Politik aus, die auf Vertrauen und einer konstruktiven Kritik basiere. Misstrauen und Rechthaberei würden den Staat blockieren. Die Schweiz sei in Krisenzeiten immer über sich hinausgewachsen, weil sie in die eigene Gestaltungskraft vertraut habe, sagte die Bundesrätin. (ank, sda)

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