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Freitag, 28.10.2011

Neue Zeitung für Basel

In Basel ist die erste Ausgabe der «Tageswoche» erschienen. Die Zeitung erscheint einmal wöchentlich auf Papier. Dazu sollen während der ganzen Woche Informationen im Internet publiziert werden.

Eine neue Zeitung für Basel.

Am Donnerstagabend hat in Basel die neue «Tageswoche» ihre Erstausgabe gefeiert. Die Wochenzeitung gibt es im Abo, zudem stellt sich Nachrichten täglich gratis ins Netz. Obwohl im Wirbel um Besitzer und Kurs der «Basler Zeitung» (BaZ) entstanden, will das Blatt keine «Anti-Baz» sein.

Grosse Beachtung
Schlagzeilen machte die «Tageswoche» schon vor der Erstausgabe; sogar aus Deutschland berichteten grosse Zeitungen und TV-Stationen. Angesichts der aktuell rund 5000 verkauften Abonnemente und des kleinen Teams ist das Vorab-Echo dem Co-Chefredaktor Urs Buess «sehr unangenehm»: Es wecke nicht einlösbare Erwartungen.

Alternative zu rechten Baz
Die Erwartungen wurzeln in der «Tageswoche»-Vorgeschichte: Der zweimalige Verkauf der «Basler Zeitung», deren rechtsbürgerlicher neuer Chefredaktor und ein Beratermandat Christoph Blochers liessen im linksliberalen Basel den Wunsch nach Alternativen wachsen. Journalisten skizzierten die Idee, und Mäzenin Beatrice Oeri sagte zu.

Grosser Ehrgeiz
Die sehr öffentlichkeitsscheue Oeri, die auch den Basler Jazzclub «Bird's Eye» grosszügig trägt, war als Roche-Miterbin steinreich geworden. Der «Tageswoche» lässt sie freie Hand und nimmt publizistisch keinen Einfluss; ihre für vier Jahre versprochene Unterstützung läuft über eine Stiftung.

«Der Ehrgeiz in der Redaktion ist gross, möglichst schnell selbsttragend zu werden», sagt Buess. Abos und Inserate bedeuten ja auch Anerkennung. Das Budget wird nicht bekannt gegeben, lässt sich aber anhand der 22 Vollstellen schätzen. Insgesamt zählt das «Tageswoche»-Team jetzt 30 Personen, davon 17 in der Redaktion.

Keine Tageszeitung
Das Zielpublikum der geduckten «Tageswoche» ist noch schwer zu fassen: Man ziele auf Stadt und Region, sagt Buess, neben Basler Geschichten seien auch die Schweiz und das Ausland im Fokus. Das könne Leute ansprechen, die keine Tageszeitung haben. Die «Tageswoche» sei indes eine Ergänzung; Ersatz für eine solche könne sie nicht sein.

Konkurrenz reagiert
Gedruckt wird die «Tageswoche» bei der St.Galler Zehnder AG im so genannten «nordischen Tabloid-Format», also etwa der Grösse des früheren «Cash» und grösser als die Gratis-Pendlerzeitungen. Von der allerersten Ausgabe, mit offiziellem Erscheiningsdatum 28. Oktober, werden 100'000 Exemplare unter die Leute gebracht.

Die Konkurrenz reagiert bereits auf das neue Nachrichtenmedium: Die zur AZ-Gruppe gehörende «Basellandschaftliche Zeitung» (BZ) baut ihre lokale Redaktion nach der Sonntags- nun auch für die Wochen- Ausgabe aus. Zudem verteilt sie ab November mittwochs eine Gratis- Grossauflage. Die «Baz» hat sich derweil Mitte Oktober ein sanftes Facelifting gegönnt. (luek, sda)

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Audio-Beiträge:


Wirtschaftsredaktor Klaus Bonanomi. «Der Konkurrenzkampf wird hart» (Daniel Knoll, 29.10. 2011)
Hören (4:09)

«Wir machen keine Anti-Baz» (Klaus Bonanomi im Gespräch mit den Chefredaktoren Urs Buess und Remo Leupin, (28.10.2011)
Hören (5:00)

Markus Somm, Chefredaktor der Basler Zeitung: «Ich freue mich über die Konkurrenz.» (Klaus Bonanomi, 28.10.2011)
Hören (3:03)

Weiterführender Link zum Beitrag:

  • Tageswoche.ch - die neue Zeitung im Netz

Verantwortlich für diesen Beitrag:

news.online


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