Schäden und Verletzte durch «Joachim»
Durch den starken Wind wurden zahlreiche Dächer abgedeckt, wie hier im Kanton Baselland. (Keystone)
Das Sturmtief «Joachim» hat in weiten Teilen Frankreichs Schäden angerichtet. Nach Angaben des Innenministeriums sind rund 400'000 Haushalte ohne Strom. Vor der bretonischen Küste lief ein Frachtschiff auf Grund. Die Besatzung konnte gerettet werden, doch läuft Oel aus.
Das Sturmtief «Joachim» hat in der Schweiz bis am Abend mehrere Verletzte gefordert und zahlreiche Schäden angerichtet. Vier Leichtverletzte gab es am Morgen im Berner Jura, als ein Zug der «Chemin de fer du Jura» bei Tramelan auf einen umgestürzten Baum auffuhr. Ein Teil der Komposition entgleiste, die Strecke musste gesperrt werden.
Im Kanton Baselland wurde ein Chauffeur leicht verletzt, als eine starke Windböe seien Lastenzug umwarf. In der jurassischen Ajoie wurden zwei Personen verletzt, weil zwischen Vendlincourt und Courtavon in Frankreich ein Baum auf ihr Auto stürzte. Sie mussten von der Feuerwehr aus dem Wrack befreit werden.
Dutzende Flüge ab Kloten fallen aus
Am Flughafen Zürich mussten 119 Flüge annulliert werden. Der grösste Teil davon wurde auf dem Flugplan der Schweizer Fluggesellschaft Swiss gestrichen.
60 Abflüge wurden gestrichen, 59 ankommende Flüge blieben aus, wie Flughafensprecher Marc Rauch präzisierte. Grund für viele Annullationen - zum Beispiel von und nach Amsterdam, London oder Nizza - war nicht das Schweizer Wetter, sondern jenes an der Ziel- oder Startdestination im Ausland.
Lange Schlangen
Auch für viele Abflugverspätungen machte der Flughafen die verspätet ankommenden Maschinen verantwortlich. Vor den Schaltern der Fluggesellschaften bildeten sich lange Schlangen, weil viele Passagiere umbuchen wollten.
Einschränkungen des Flugverkehrs gab es auch auf dem Flughafen von Basel-Mühlhausen, wo rund 15 Flugverbindungen annulliert wurden. In drei Fällen hätten Maschinen wegen starken Böen nicht landen können und auf andere Flughäfen ausweichen müssen, sagte eine Sprecherin des EuroAirports.
Nordwestschweiz stark betroffen
In allen Kantonen der Nordwestschweiz sowie aus Schaffhausen wurden überfüllte Keller und wegen umgestürzter Bäume blockierte Strassen gemeldet. Besonders starkt wütete der Sturm im Kanton Jura. In Pruntrut riss er eine Wand einer Eisbahn weg, in Courrendlin Teile eines Hausdaches. Über zahlreiche Schäden an Hausdächern berichtet auch die Kantonspolizei Baselland.
Im Schwarzbubenland im Kanton Solothurn kam es nach Angaben der Elektra Birseck Münchenstein (EBM) zu Stromunterbrüchen, ebenso im Versorgungsgebiet der Bernischen Kraftwerke (BKW).
Auf den Höhen erreichte der Sturm manchenorts Orkanstärke. Nach Angaben von Meteoschweiz wurden 176 km/h auf dem Säntis und 159 km/h auf dem Pilatus registriert. Aber auch in der Stadt Biel erreichten die Böenspitzen 115 km/h. (ank/acct, sda)
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