Thermometer fiel auf minus 20 Grad
Überall - wie hier in Zürich - dampfen die Kamine. Die Heizungen laufen auf Hochtouren. (Keystone)
Kälte und Schnee führen in weiten Teilen Europas zu grossen Problemen: In Italien starben mehrere Menschen infolge des Schnees, Serbien versinkt in der weissen Pracht und in Osteuropa steigt die Zahl der Kälteopfer. Mehr
Es wird immer kälter und kälter in der Schweiz: In der Nacht auf Samstag sank das Thermometer auch im Flachland auf minus 20 Grad. Manchen Orte erlebten die kälteste Februarnacht seit über 30 Jahren.
Grund für die tiefen Temperaturen seien wenig Wind und eine sternenklare Nacht, teilte MeteoNews mit. In Zürich Flughafen wurden um 4 Uhr morgens -20,2 Grad gemessen. Im thurgauischen Tänikon zeigte das Thermometer gar -22,3 Grad an, im basellandschaftlichen Känerkinden -19,2 Grad.
Bis zu minus 34 Grad
In der Nordwestschweiz und vom Kanton Zürich bis in den Thurgau sei an vielen Orten die kälteste Februarnacht seit über 30 Jahren gemessen worden, meldete SF Meteo.
Am kältesten ist es derzeit in Schwyz und Graubünden: Meteomedia mass auf der Schwyzer Glattalp -34 und SF Meteo kam auf der Alp Buffalora am Ofenpass auf eine Temperatur von -31,3 Grad.
Rekordkälte noch nicht erreicht
Damit ist die Schweiz noch weit von einem Rekord entfernt. Dieser wurde am 12. Januar 1987 im neuenburgischen La Brévine gemessen und beträgt -41,8 Grad, wie es auf der Internetseite von MeteoSchweiz heisst. La Brévine vermeldete in der Nacht auf Samstag «nur» -24 Grad Kälte.
Die Kälte hatte auch Auswirkungen auf den Bahnverkehr: Wegen eingefrorenen Weichen kam es auf zahlreichen Strecken zu Problemen. Betroffen war vor allem die Westschweiz. Es muss deshalb mit Zugverspätungen gerechnet werden.
Viele Autos liefen nicht mehr
Auch beim Autopannendienst des Touring Club Schweiz liefen die Drähte heiss. Am Samstag riefen bis am Nachmittag über 8000 Autofahrer und Autofahrerinnen wegen Problemen auf der Strasse an. Das ist laut TCS ein Rekord.
Zum Vergleich: Im Februar bearbeitet die TCS-Einsatzzentrale in Schönbühl BE sonst im Schnitt rund 1400 Anrufe pro Tag. Am meisten Probleme bekundeten die Autofahrer mit Batterien und eingefrorenen Türen, Schlössern sowie Handbremsen.
Lange Wartezeiten bei Autoverladen
Wegen schneebedeckter Strasse kam es auch bei den Autoverladen zu grösseren Wartezeiten. Reisende mussten sich am Samstagnachmittag etwa in Oberwald für den Autoverlad Furka der Matterhorn Gotthard Bahn Richtung Realp bis zu eineinhalb Stunden gedulden, wie der Verkehrsinformationsdienst Viasuisse mitteilte. Auf der Gegenseite betrug die Wartezeit rund 30 Minuten.
Zu ebenfalls rund eineinhalb Stunden Wartezeit kam es bei Klosters für den RhB-Autoverlad Vereina ins Unterengadin. Rund 30 Minuten betrug die Wartezeit in Kandersteg für den BLS-Autoverlad durch den Lötschberg nach Goppenstein.
Kälteste Februarnacht seit 30 Jahren
Die Störungen sind direkte Folge der Kältewelle, welche die Schweiz seit Tagen heimsucht. In der Nordwestschweiz und vom Kanton Zürich bis in den Thurgau sei an vielen Orten auf Samstag die kälteste Februarnacht seit über 30 Jahren gemessen worden, meldete SF Meteo. (pet, sda)
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