Sommaruga will die Schraube anziehen
Simonetta Sommaruga. (Reuters Archiv)
Von Inlandredaktorin Andrea Jaggi
Teurer Wohnraum, überfüllte Strassen und Züge - die Migration, die Zuwanderung von ausländischen Arbeitskräften, bringt auch Probleme mit sich. Der Arbeitsmarkt als Dirigent für die Zuwanderung sei sicher ein gutes Instrument, sagte Justizministerin Simonetta Sommaruga in der «Samstagsrundschau» von Schweizer Radio DRS.
«Aber wir dürfen nicht wegschauen: Wir hatten gesellschaftliche Auswirkungen, welche wir wohl unterschätzt haben», so Sommaruga weiter.
Wie gross die Probleme wirklich seien, sei Gegenstand einer laufenden Untersuchung, sagte die Justizministerin. Man dürfe nicht vergessen, dass es beispielsweise in der Landwirtschaft oder in Spitälern gar nicht mehr ohne ausländische Arbeitskräfte gehe.
Die Integration vernachlässigt
Aber, so kritisiert Sommaruga, die Schweiz habe der Integration zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Zum Beispiel auch der von besser verdiendenden Arbeitskräften: «Wir haben heute zum Teil Parallel-Gesellschaften von ausländischen CEOs, die sich um die Traditionen in der Schweiz foutieren».
Integration könne man nicht erzwingen, man müsse aufeinander zugehen. Dabei sei die Sprache das Wichtigste: «Hier sollte man die Schraube ein wenig anziehen. Wer in diesem Land lebt, sollte eine der Landessprachen lernen», so Sommaruga. Dies sei keine Schikane, dies sei die Voraussetzung, um überhaupt in Kontakt zu kommen. Und das gelte eben auch für CEOs und deren Familien.
Viel Überzeugungsarbeit nötig
Bundesrätin Sommaruga ist sich bewusst, dass die Landesregierung viel Arbeit vor sich hat, auch Überzeugungsarbeit. Denn in den nächsten Jahren wird es um die Ausdehnung der Personenfreizügigkeit auf Kroatien gehen. Zudem stehen zwei Volksinitiativen an, welche die Einwanderung beschränken wollen. (pet)
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