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  • Schneider-Ammann und Keller-Sutter auf FDP-Ticket:

Kandidaten-Karussell: Die Nominierten

Für die beiden freiwerdenden Sitze im Bundesrat haben die Parteien folgende Kandidatinnen und Kandidaten offiziell nominiert:

Kandidatinnen der SP-Fraktion
Die SP-Fraktion tritt mit einem Frauen-Zweierticket an. Nicht nominiert wurden Hildegard Fässler und Eva Herzog.

Bild: zvg

 

Wer ist Simonetta Sommaruga? (Oliver Washington, 11.8.2010)

Simonetta Sommaruga im «Tagesgespräch». (Susanne Brunner, 9.9.2010)

Ausführliches Porträt von Simonetta Sommaruga

Grafik: Politprofil von Simonetta Sommaruga

Simonetta Sommaruga
Die 50-jährige Berner Ständerätin steht auf dem ersten Platz des SP-Zweiertickets. Die Fraktion hat sie im fünften Wahlgang mit 26 von 46 Stimmen gewählt. Sie gilt als Kronfavoritin für die Nachfolge von Bundesrat Leuenberger.

Sommaruga gilt als pragmatische Politikerin, die sich über die Parteigrenzen hinaus verständigen kann und tragfähige Lösungen sucht. Sie ist im Bundeshaus bestens vernetzt und pflegt gute Kontakte auch ins bürgerliche Lager.

Als Konsumentenschützerin geniesst Sommaruga auch in der Bevölkerung viel Sympathie, was ihr bei Volkswahlen regelmässig Spitzen-Resultate einträgt.

Parteiintern ist Sommaruga etwas weniger populär: Dem linken Flügel der SP ist Sommaruga spätestens seit dem «Gurten-Manifest» von 2001 suspekt, als sie zusammen mit anderen SP-Politikern für mehr Markt einstand.


Bild: zvg

 

Wer ist Jacqueline Fehr?
(Klaus Ammann, 26.8.2010)

Jacqueline Fehr im «Tagesgespräch». (Susanne Brunner, 7.9.2010)

Ausführliches Porträt von Jacqueline Fehr

Grafik: Politprofil von Jacqueline Fehr

Jacqueline Fehr
Die 47-jährige Zürcher Nationalrätin belegt den zweiten Platz des SP-Tickets. Die Fraktion hat sie mit 24 von 46 Stimmen als Kandidatin für die Leuenberger-Nachfolge gewählt.

Fehr sitzt seit zwölf Jahren in der grossen Kammer. Die gelernte Sekundarlehrerin aus Winterthur gilt als einflussreiche Persönlichkeit im Parlament mit einem grossen Netzwerk. Fehr ist SP-Vizepräsidentin und damit gut in der Partei verankert.

Fehr wird auch für ihre sachbezogene Politik gelobt. Sie beschäftigt sich vor allem mit Familien-, Verkehrs-, Bildungs- und Gesundheitspolitik. Als Nationalrätin war sie an manchem politischen Kompromiss beteiligt - beispielsweise bei der Mutterschaftsversicherung.

Sie hat den Ruf seriös vorbereitet, pragmatisch und konstruktiv zu sein - was ihr auch die politischen Gegner anrechnen.

 

Kandidatin und Kandidat der FDP-Fraktion
Die FDP-Fraktion präsentiert ebenfalls ein Zweierticket. Nicht nominiert wurden Peter Malama, Ruedi Noser und Ignazio Cassis.

Bild: Keystone

 

Wer ist Johann Schneider-Ammann? (Pascal Krauthammer, 18.8.2010)

Johann Schneider-Ammann im «Tagesgespräch». (Urs Siegrist, 6.9.2010)

Ausführliches Porträt von Johann Schneider-Ammann

Grafik: Politprofil von Johann Schneider-Ammann

Johann Schneider-Ammann
Der 58-jährige Berner Nationalrat startet vom zweiten Platz auf dem FDP-Ticket in die Bundesratswahl. Er gilt jedoch als Favorit für die Nachfolge von Bundesrat Hans-Rudolf Merz. Die Fraktion hat ihn im ersten Wahlgang mit 23 von 45 Stimmen gewählt.

Schneider-Amman ist Unternehmer und sitzt seit elf Jahren im Nationalrat. In dieser Zeit hat er sich vor allem als Vertreter des Werkplatzes und der Sozialpartnerschaft einen Namen gemacht.

Schon früh kritisierte er überrissene Manager-Boni sowie das Verhalten der Finanzbranche. Damit holte sich der Präsident des Industrieverbandes Swissmem auch bei der Linken Sympathien.

Den Sympathien der Linken für den Patron zum Trotz, vertritt Schneider-Amman im Nationalrat seit 1999 in erster Linie wirtschaftsliberale Postionen. So spricht er sich dezidiert gegen jeglichen Ausbau der Sozialwerke aus und machte etwa gegen die Mutterschaftsversicherung Kampagne.

Schneider-Ammann ist Elektro-Ingenieur und heiratete in die Unternehmerfamilie Ammann ein. In den 1980er Jahren stieg er in die Ammann Group ein und baute die Baumaschinenfirma schrittweise aus. Heute zählen Schneider-Ammann und seine Familie mit einem geschätzten Vermögen von 500 bis 600 Millionen Franken zu den 300 Reichsten der Schweiz.


Bild: Keystone

 

Wer ist Karin Keller-Sutter? (Roland Wermelinger, 20.8.2010)

Karin Keller-Sutter im «Tagesgespräch». (Urs Siegrist, 13.9.2010)

Ausführliches Porträt von Karin Keller-Sutter

Grafik: Politprofil von Karin Keller-Sutter

Karin Keller-Sutter
Die 46-jährige St. Galler Justizdirektorin belegt den ersten Platz des FDP-Zweiertickets. Sie wurde im dritten Wahlgang mit 23 von 45 Stimmen gewählt.

Keller-Sutter gehört seit zehn Jahren der St. Galler Regierung an. National bekannt ist sie auch als Vizepräsidentin der Konferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektorinnen und -direktoren (KKJPD).

Der Justizdirektorin wurde wegen ihrer Positionen in der Ausländerpolitik sowie ihrem Vorgehen gegen Fussball-Hooligans die Etikette «eiserne Lady der Ostschweiz» angehängt.

Auf ihre Initiative hin führte St. Gallen 2003 als erster Kanton die polizeiliche Wegweisung gewalttätiger Ehepartner ein. Das Instrument setzte sich schweizweit durch. Mit diesem Engagement hat Keller-Sutter selbst bei den Linken gepunktet.

 

Kandidat der SVP-Fraktion
Die SVP-Fraktion zieht - wie von der Parteileitung empfohlen - mit einem einzigen Kandidaten ins Rennen.

Die Partei macht sowohl der SP als auch der FDP den Sitz streitig. Die Partei begründet den Anspruch auf die frei werdenden Sitze damit, dass sie im Bundesrat untervertreten sei.

Bild: zvg

 

Wer ist Jean-François Rime? (Patrick Mülhauser, 1.9.2010)

Jean-François Rime im «Tagesgespräch». (Susanne Brunner, 14.9.2010)

Grafik: Politprofil von Jean-François Rime

Jean-François Rime
Die SVP-Fraktion hat den 60-jährigen Freiburger Nationalrat einstimmig gewählt.

Rime sitzt seit 2003 in der grossen Kammer und ist Inhaber einer Grosssägerei sowie Präsident der Schweizer Holzindustrie. Mit ihm wäre das Gewerbe im Bundesrat vertreten, sagt die SVP.

Rime sei Unternehmer und verfüge somit über Führungserfahrung. Ausserdem stamme er aus dem Kanton Freiburg, der eine Brücke zwischen den Sprachgemeinschaften bilde.

Bereits bei der Wahl des Nachfolgers von Bundesrat Pascal Couchepin 2010 hatte die SVP Rime ins Gespräch gebracht. Die Partei favorisierte damals aber den FDP-Kandidaten Christian Lüscher.

 

Kandidatin der Grünen-Fraktion
Die Fraktion der Grünen bewirbt sich mit einer einzigen Kandidatin für die Nachfolge von FDP-Bundesrat Hans-Rudolf Merz. Nicht nominiert wurden Geri Müller und Marlies Bänziger.

Mit der Kampfkandidatur wollten die Grünen laut eigenen Aussagen den «überfälligen Anspruch auf grüne Politik in der Landesregierung» unterstreichen. Grosse Chancen räumen sie sich aber selbst nicht ein.

Bild: zvg

 

Brigit Wyss im «Tagesgespräch». (Susanne Brunner, 15.9.2010)

Grafik: Politprofil von Brigit Wyss

Brigit Wyss
Die 50-jährige Solothurner Nationalrätin soll für die Grünen den zweiten Bundesratssitz der FDP erobern. Die Fraktion hat Wyss zwar nicht einstimmig gewählt, sie stellte sich aber geschlossen hinter die Kandidatur, wie es hiess. Die Umweltjuristin sei am besten geeignet, um grüne Interessen im Bundesrat zu vertreten.

Wyss wurde 2007 in die grosse Kammer gewählt. Sie ist dort Mitglied der Geschäftsprüfungs- und der Rechtskommission. Politische Erfahrungen hatte sie in Solothurn gesammelt. Seit 2005 sitzt sie dort im Gemeinderat, der Exekutive.

Die national wenig bekannte Politikerin beschäftigt sich vorab mit Themen der Raumplanung. Ausserdem habe sich Wyss als «Stimme gegen Atomkraftwerke» profiliert, so die Partei.

(nab/acd, sda)

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Kandidaten-Karussell: Die Vorrunde

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