(Keystone)
Der Pandemieplan der Schweiz
Auch in der Schweiz gilt die höchste Alarmstufe und die Massnahmen gegen eine Ausbreitung der Schweinegrippe-Pandemie werden laufend der aktuellen weltweiten Situation angepasst. Dabei stützt sich die Schweiz auf den nationalen Pandemieplan, der seit 2007 in Kraft ist.
Der Plan geht vom schlimmstmöglichen Fall aus, der Spanischen Grippe von 1918-1920. Die darin vorgeschlagenen Massnahmen werden je nach Schweregrad der vorherrschenden Pandemie angepasst. Das heisst, die Massnahmen werden nicht zwingend umgesetzt.
Sechs Bedrohungsphasen
Analog zur Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert der Schweizer Pandemieplan sechs Bedrohungsphasen mit den entsprechenden Handlungsszenarien. Im Gegensatz zur WHO hat die Schweiz für die sechste Phase aber noch Unterstufen.
Der Pandemie-Plan sieht dann zahlreiche Massnahmen vor, die Bund und Kantone ergreifen können: von der Empfehlung, Masken zu tragen, über Versammlungsverbote, Schulschliessungen, Impfkampagnen, Aufgebote von Sanitätssoldaten, bis hin zu Notstandsmassnahmen.
Höchste Alarmstufe
2003 hatte die WHO die Alarmstufe drei eingeleitet, nachdem das Vogelgrippe-Virus vom Tier auf den Mensch übergegriffen hatte. Angesichts der Verbreitung des mutierten Schweinegrippen-Erregers erhöhte sie die Alarmstufe Ende April 2009 auf vier - zwei Tage später auf fünf.
Seither hat sich die Schweinegrippe durch Mensch-zu-Mensch-Übertragung auf mehrere Kontinente ausgebreitet. Deshalb erklärte die WHO am 11. Juni die Schweinegrippe zur Pandemie und rief die höchste Warnstufe aus.
Impfstoffproduktion ankurbeln
Mit der Erhöhung der Pandemiestufe fünf auf sechs sind die Staaten dazu aufgerufen, weitere Massnahmen gegen die Ausbreitung des Schweinegrippevirus zu ergreifen - vor allem wird die Produktion eines Impfstoffes in grossem Stil angeworfen.
Gemäss WHO hinkt die Entwicklung eines Impfstoffes der Ausbreitung des Virus aber hinterher. Die ersten Impfstoffe seien frühestens im September fertiggestellt und dies nur in sehr geringer Menge.
Stufe 6 auch in der Schweiz
Kurz nach der WHO hat auch der Bundesrat die höchste Alarmstufe ausgelöst. Bereits Anfang Mai hatte der Bundesrat einen Pandemie-Sonderstab eingesetzt und den Vorrat an Mitteln zur Behandlung von Grippeerkrankungen aufgestockt.
Für Impfstoffe ist die Schweiz auf Lieferungen aus dem Ausland angewiesen, da sie selbst keine produziert. Deshalb hatte der Bund bereits 2006 einen Vertrag mit dem Pharmariesen GlaxoSmithKline für die Lieferung eines Pandemie-Impfstoffes geschlossen. (nab, ap/sda)
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