SuisseID: Elektronische Unterschrift
Lesegerät und Chipkarte der neuen SuisseID (zvg)
Ab sofort können Privatpersonen und Unternehmen die SuisseID erwerben. Diese ermöglicht den Identitätsnachweis im elektronischen Geschäfts- und Behördenverkehr, ähnlich der Zugangskarten für das Online-Banking.
Die in Form eines USB-Stick oder einer Chipkarte erhältliche SuisseID kann bei der Post/SwissSign oder bei QuoVadis Trustlink beantragt werden. Sie kostet 99 Franken für drei Jahre, wobei der Bund bis Ende Jahr 65 Franken beisteuert.
Einfacherer und sicherer Geschäftsverkehr
Laut dem Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) kann die SuisseID in der ersten Phase für über 50 Online-Services verwendet werden. Mehr als 150 Unternehmen hätten sich bis Ende April für eine Teilnahme beworben, sagte Seco-Direktor Daniel Gerber vor den Medien. Dieses grosse Interesse habe die Erwartungen deutlich übertroffen.
«Wir sind überzeugt, dass die Einsatzmöglichkeiten für SuisseID-Inhaber bis Ende dieses Jahres stark anwachsen werden», sagte der Seco-Direktor. Die SuisseID vereinfache den Geschäftsverkehr und mache ihn sicherer. Die vielen Benutzernamen und Passwörter gehörten der Vergangenheit an.
Volkswirtschaftlicher Nutzen
Bis Ende Jahr sollen 200'000 bis 300'000 elektronische Identitätskarten in Betrieb sein. Das Seco hofft auf eine flächendeckende Verbreitung. «Je mehr bei der SuisseID mitmachen, desto grösser ist der Nutzen für uns alle», sagte Jean-Daniel Gerber.
Wenn 10'000 Unternehmen und Institutionen mitmachten, seien Einsparungen von mehreren 100 Millionen Franken möglich. Würden sämtliche Unternehmen und Bürger mitmachen, wären es laut Gerber mehrere Milliarden Franken.
Der Bund unterstützt die Verbreitung der SuisseID im Rahmen des Konjunkturprogramms. Für den Aufbau der Infrastruktur wurden vier Millionen Franken gesprochen, für die vergünstigte Erstabgabe an natürliche Personen stehen 17 Millionen zur Verfügung.
Konsumentenschutz rät vom Kauf ab
Die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) empfiehlt, trotz Subvention vom Bund noch keine SuisseID zu kaufen. Die Karte habe einen stattlichen Preis, bringe aber im Alltag noch praktisch keinen Nutzen, sagte SKS-Geschäftsleiterin Sara Stalder.
Die elektronische Unterschrift müsse zwar künftig zum Service Public gehören. Es dürfe aber nicht sein, dass Konsumenten und Konsumentinnen die Weiterführung des aufwendigen Projekts bezahlten.
Stalder warnte vor Enttäuschungen mit dem Schnäppchen: Weder der Verkehr mit Behörden noch e-Banking könnten zurzeit mit SuisseID von zuhause aus abgewickelt werden. Vorläufig seien erst ganz wenige Gemeinden angeschlossen. Von den Kantonen sei erst St. Gallen für den Einsatz der Karte bereit. (cdm, sda)
