Zurbriggen Dritter im Slalom-Weltcup
Silvan Zurbriggen. (Keystone)
Dank den 36 Punkten für Rang acht verdrängte der Walliser Silvan Zurbriggen im finalen Slalom der Saison noch den Kroaten Ivica Kostelic um fünf Punkte vom Weltcup-Podest. Der Sieger von Wengen wurde nach einem missglückten ersten Lauf in Garmisch-Partenkirchen nur Zehnter.
«Highlight in einer perfekten Saison»
«Dass ich das geschafft habe, ist ein weiteres Highlight einer perfekten Saison», schwärmte Zurbriggen. Der 28-jährige Walliser war noch nie so stark und erfolgreich wie in diesem Winter. Olympia-Bronze in der Super- Kombination und vier Podestplätze im Weltcup ergeben für Zurbriggen die bisher beste Saisonbilanz seiner Karriere. «Ich habe gezeigt, dass ich extrem konstant, aber auch sehr schnell sein kann.»
Der Slalom ist die Disziplin, in der Schweizer Skifahrer über die letzten Jahrzehnte mit Abstand am wenigsten Erfolge verbuchen konnten. Vor Silvan Zurbriggen hatten erst zwei Schweizer eine Saison unter den ersten drei der Slalom-Jahreswertung beendet: Dumeng Giovanoli 1968 als Sieger und Paul Accola 1992 als Zweiter hinter Alberto Tomba.
Debüt eines 17-Jährigen
Vielleicht fallen die Erfolge in Zukunft häufiger: Das letzte Rennen der Saison markierte nämlich auch das Weltcup-Debüt eines 17-jährigen Nidwaldners, der sich dank seinem überraschenden Titelgewinn an den Junioren-Weltmeisterschaften für den Weltcup-Final qualifiziert hatte.
Reto Schmidiger, so sein Name, schlug sich im ersten Lauf mit zweieinhalb Sekunden Rückstand auf die Bestzeit von Manfred Pranger achtbar, bevor er im zweiten ausschied. «Das Niveau ist halt schon noch einmal eine oder zwei Stufen höher als im Europacup», sagte Schmidiger, der das Skifahren einst in Carlo Jankas Heimat Obersaxen erlernt hatte.
Herbst bester Slalomfahrer des Winters
Reinfried Herbst (9.) verteidigte die Weltcup-Führung gegen seinen letzten Konkurrenten Julien Lizeroux (4.) erfolgreich und sorgte dafür, dass der österreichische Skiverband wenigstens eine zweite kleine Kristallkugel gewann. Die erste war an Benjamin Raich gegangen, den Saisonbesten in der (Super-)Kombination.
Dem Publikum am Gudiberg feierte aber vor allem Felix Neureuther, der an seinem Hausberg im zweiten Lauf vom 5. Zwischenrang noch ganz an die Spitze vorstiess und seinen zweiten Weltcupsieg feierte. In Kitzbühel hatte der Sohn von Rosi Mittermaier und Christian Neureuther 21 Jahre nach seinem Vater gewonnen, in Garmisch-Partenkrichen 26 Jahre später.
Kleine Kugel für Maria Riesch
Für Maria Riesch geriet der Kampf um die zweite Slalom-Kugel in Folge nämlich zur Zitterpartie. Die grösste Gegnerin Kathrin Zettel behauptete sich dank Bestzeit im zweiten Durchgang bis fast zuletzt vor Riesch an der Spitze.
Wenn sich die souveräne Halbzeit-Leaderin Marlies Schild zwischen ihrer Teamkollegin und der Olympiasiegerin eingereiht hätte, wäre der Slalom-Weltcup an Zettel gegangen. Doch weil die wie Herbst aus dem Salzburgerland stammende Schild die Führung souverän in den dritten Sieg der Comeback-Saison verwandelte, behielt Riesch das bessere Ende für sich - um drei Punkte.
Für Schild war es bereits der 21. Weltcupsieg im Slalom, womit sie die Marke von Erika Hess egalisierte und nur noch Vreni Schneider mit deren 34 Erfolgen vor sich hat. (haem, sda)
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