Brasilien behält Oberhand im Bruderduell
Chiles Vidal hat gegen Brasiliens Kaka das Nachsehen. (Reuters)
Brasilien ist an der Fussball-WM souverän in die Runde der besten acht Teams vorgestossen. Vor 54'096 Zuschauern in Johannesburger Ellis Park fertigte der fünffache Weltmeister die chancenlosen Chilenen 3:0 ab.
Die Frage, welche der beiden südamerikanischen Equipen am Freitag in Port Elizabeth auf die Niederlande treffen wird, war bald einmal geklärt. Nach einer knappen Stunde führte die hoch überlegene und nur in der Startphase genügsame Prominenz in Gelb-Blau 3:0.
Die Bilanz Chiles gegen Brasilien hat innerhalb von fünf Jahren desaströse Ausmasse angenommen. Sieben Spiele in Serie hatte der Herausforderer zuletzt verloren - bei einem Torverhältnis von 3:26. Nun erteilte Brasilien der gemessen an der WM-Qualifikation aktuellen Nummer zwei Südamerikas eine weitere schmerzhafte Lektion.
Chile zurück auf dem Boden der Realität
Nach überstandenem Cut in der «Schweizer» Gruppe H glaubten die Chilenen, auch für höhere Aufgaben bereit zu sein. Alt-Meister Ivan Zamorano, der in den Neunzigern für den FC St. Gallen und Real Madrid auf Torjagd gegangen war, hatte von der «besten Generation» der Verbandsgeschichte geschwärmt. Die Spieler selber fabulierten von der Halbfinalqualifikation. Nun wurden der Generation, die 2007 auf U20-Stufe Bronze gewann, schonungslos die Limiten vor Augen geführt.
Seit 1962 haben die Chilenen keinen Achtelfinal mehr überstanden. Spätestens nach 59 Minuten war klar, dass sich daran auch an der WM 2010 nichts ändern würde. Brasilien hatte soeben dank Robinho auf 3:0 erhöht. Leicht und locker war Ramires übers halbe Terrain gesprintet. Am Ende des herrlichen Solos stand Robinhos Schlenzer.
Die Brasilianer brauchten für ihren Erfolg nicht einmal einen Sondereffort zu leisten. Die Chilenen bestätigten den Ruf, keine Verteidigungskünstler zu sein: Den Favoriten genügte ein guter Eckball bereits zur Führung. Innenverteidiger Juan traf in der 34. Minute per Kopf unbedrängt zum 1:0.
Zwei Konter bringen Entscheidung
Die chilenische Abwehr versagte in dieser ersten heiklen Szene komplett. Neben dem Torschützen blieben mit Lucio und Luis Fabiano zwei weitere Akteure der Brasilianer komplett ungedeckt. Für die drei grössten Kopfballspezialisten fühlte sich offenbar kein Chilene verantwortlich. Nicht nur in jener Situation wog der Ausfall des halben Stamms der Abwehr schwer. Die Sperren von Medel und Ponce verkrafteten die Chilenen nicht.
Und als Marcelo Bielsas Mannschaft ihre Zurückhaltung für ein paar Minuten abstreifte, setzte der Favorit sofort zum Konterspiel an, das ihm über die Stationen Robinho und Kaka das 2:0 durch Luis Fabiano eintrug. (haem, sda/ddp)
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