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Letztes Update: Freitag, 13.11.2009

Schweizer Junioren greifen nach WM-Titel

Der Traum vom WM-Titel für die Schweizer Fussball-U17 geht weiter. Dank eines 4:0-Siegs gegen Kolumbien haben sie sich für den Final qualifiziert. Dort treffen sie auf Titelverteidiger Nigeria.
Bildergalerie: Weltmeister Schweiz: Der Weg zum Pokal
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In Nigeria hat die Schweizer U17-Nati mit dem Halbfinalsieg gegen Kolumbien an der Fussball-WM Geschichte geschrieben: Zum ersten Mal spielt eine Schweizer Mannschaft um den WM-Titel. Im Final vom Sonntag trifft das Team von Coach Dany Ryser auf Gastgeber Nigeria.

Am Ende des Halbfinals in Lagos umrundeten die Schweizer Junioren die Leichtathletikbahn, um sich von den begeisterten Fans feiern zu lassen. Die Jubelszenen waren so beeindruckend wie der Auftritt zuvor auf dem Kunstrasen.

Das nicht zu stoppende Duo Nassim Ben Khalifa und Haris Seferovic, zusammen für acht Turniertore verantwortlich, hatte mit einer Doublette in der ersten Halbzeit vorgespurt. Nach der Pause erhöhten die stürmenden Aussenverteidiger Ricardo Rodriguez und Bruno Martignoni auf 4:0. Selten zuvor war ein südamerikanisches Top-Team von einer vermeintlich kleinen Nation derart gedemütigt worden.

Der Sturmlauf zu Gold?
Unaufhaltsam stürmen die U17-Junioren dem wohl grössten Erfolg der SFV-Geschichte entgegen. 90 Minuten trennen sie noch vom ersten WM-Titel einer Schweizer Auswahl. Mit absolut unbefleckter Bilanz haben sich die Hochbegabten für den Final qualifiziert. Sechs Siege reihten sie aneinander - gegen die vereinigte globale Fussball-Prominenz.

Unabhängig vom Ausgang der erfolgreichen Kampagne steht fest, dass die jugendlichen Schweizer die Sympathien in der fernen Heimat und auch die der afrikanischen Fussball-Anhänger im Sturm erobert haben. Kaum eine andere Equipe hat mehr Spektakel zu bieten als die Equipe von Trainer Dany Ryser. Der Torschnitt von 2,8 ist nur das statistische Dokument dieser märchenhaften WM-Expedition.

Schlechter Start für Kolumbianer
Im Halbfinal inszenierten die Schweizer nach dem frühen Ausschluss des Kolumbianers Santiago Arias eine Show erster internationaler Güte. Ballsicher, ausnahmslos mit dem richtigen Timing beim Passspiel, und auf jedem Quadratzentimeter des Platzes diszipliniert bot Rysers Team eine grossartige Vorstellung.

Eine Szene veränderte alles und zwar ausschliesslich zu Gunsten der Schweizer. Ben Khalifa, der brillante Topskorer, verwickelte gleich mehrere Kolumbianer in eine Aktion mit einschneidenden Folgen für die Südamerikaner. Zunächst erzwang der GC-Stürmer einen Abpraller des Keepers, ehe er mit seinem Nachschuss das fatale Hands von Arias im Strafraum provozierte.

Für die Kolumbianer begann der Halbfinal deshalb denkbar schlecht - mit Rot und dem berechtigten Handspenalty Ben Khalifas zum 0:1. Von jenem missratenen Auftakt erholten sie sich nicht mehr. Die Schweizer spielten mit mehr Manpower auf dem Kunstrasen ihren Kontrahenten nach allen Regeln der Fussballkunst aus.

Khalifa und Seferovic nicht zu bremsen
Und einer ragte erneut aus dem besten Kollektiv dieser Junioren-WM heraus: Nassim Ben Khalifa. Der elegante Finisseur aus der Romandie entzückte die gegen 24'000 Zuschauer. In der 29. Minute verhinderte Goalie Bonilla das fünfte Turniertor des tunesisch-schweizerischen Doppelbürgers um Haaresbreite, ehe Ben Khalifa wenig später mit einem cleveren Absatztrick die Zäsur einleitete.

Am Ende der wunderbaren Schweizer Co-Produktion von Ben Khalifa und Seferovic stand das hoch verdiente 2:0 zur Pause. Und wieder demonstrierten die Schweizer Stürmer in jenem entscheidenden Moment ihre beeindruckende Gelassenheit vor dem Abschluss. «Es ist schon aussergewöhnlich, über zwei solch starke Angreifer zu verfügen», freute sich Gérard Castella, der Schweizer «Chef-Scout» auf der Tribüne.

Auch was die jungen Schweizer im zweiten Teil ihrer Gala fabrizierten, quittierte Castella mit einem Lächeln und einem anerkennenden Schulterzucken: «Unglaublich gut war das. Und was mich besonders beeindruckt: Leichter ging es zuvor fast nie.» (nab, sda)

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Audio-Beiträge:


Sportredaktor Marcel Melcher: «Schweizer spielten souverän.» (12.11.2009)
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Nati-Trainer Ottmar Hitzfeld zum Grosserfolg der U17. (13.11.2009)
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