Top-Banker erhielten auch 2010 mehr Lohn
Millionenlöhne, Boni und hohe Abgangsentschädigungen für Manager von Konzernen, denen das Wasser bis zum Hals steht, liessen in den vergangenen Jahren die Emotionen immer wieder hochkochen. Mehr
Im Schnitt zahlten die Schweizer Konzerne laut der Anlagestiftung Ethos einem Geschäftsleitungsmitglied im letzten Jahr 3,1 Millionen Franken. Der Schnitt wird allerdings von Banken und Versichern hochgedrückt: Die Finanzbranche allein zahlte im Schnitt 4,7 Millionen Franken, die anderen Unternehmen 2,5 Millionen Franken wie Ethos in ihrer Studie über die Löhne in den 48 grössten börsenkotierten Unternehmen darlegte.
Ethos: Selbstregulierung zu wenig effizient
Während die Finanzbranche laut den Ethos-Berechnungen die Löhne in den Chefetagen 2010 um acht Prozent erhöhte, blieben diese in den übrigen Branchen etwa gleich. Ethos kritisiert, dass die Selbstregulierung der Konzerne bei den Vergütungssystemen nicht effizient genug gehandhabt werde.
Einen Erfolg sieht die Stiftung aber darin, dass 2011 an den Generalversammlungen 56 Prozent der Unternehmen über einen Vergütungsbericht abstimmen liessen. Vor einem Jahr waren es nur 38 Prozent gewesen
Vasella an der Spitze
Novartis-Präsident Daniel Vasella steht unangefochten an der Spitze der Top-Verdiener.
Vasella, der bis Anfang 2010 Verwaltungsratspräsident und Konzernchef gewesen war und sich dann auf das VR-Präsidium des Pharmariesen beschränkte, erhielt 2010 insgesamt 25,4 Millionen Franken. Damit liegt er aber deutlich unter den 42,2 Millionen Franken, mit denen er ein Jahr zuvor die Liste anführte.
Gleich Namen wie im Vorjahr
Bei den Verwaltungsratspräsidenten ohne operative Funktionen ist Franz Humer Spitzenreiter. Der Präsident von Novartis-Konkurrent Roche bekam 10,3 Millionen Franken.
Die Liste der Topverdiener enthält weitere Namen, die schon in den Vorjahren für hohe Bezüge gestanden hatten: Nestlé-Präsident Peter Brabeck beispielsweise wurde vom Nahrungsmittelmulti mit knapp 9 Millionen Franken entschädigt.
Brady Dougan rutscht zurück
Bestbezahltes Geschäftsleitungsmitglied war 2010 Antonio Quintella, Chef des CS-Amerikageschäfts, mit einer Jahres-Gesamtvergütung von 15,6 Millionen Franken. Er verdiente mehr als Konzernchef Brady Dougan mit 12,8 Millionen Franken, der im Jahr zuvor mit Bezügen von über 90 Milionen Franken Schlagzeilen gemacht hatte.
12,9 Millionen Franken bekam Joseph Jimenez, Vasellas Nachfolger als Novartis-Konzernchef. Nestlé-Chef Paul Bulcke bekam mit 12,4 Millionen Franken nur etwas weniger, während Roche-Chef Severin Schwan mit 11,9 Millionen Franken entlöhnt wurde. (luek, sda)
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