So viele Lehrstellen wie noch nie
In der Schweiz hat es im laufenden Jahr trotz der Krise so viele Lehrstellen gegeben wie noch nie.
Kantone und Unternehmer hätten auf die schlechte Wirtschaftslage vorbildlich reagiert, sagte Ursula Renold, Direktorin des Bundesamtes für Berufsbildung und Technologie, in einem Gespräch mit der Zeitung «Zentralschweiz am Sonntag».
Berufsabgänger auf der Strasse
Das Problem sind demnach weniger die Lehrstellen, sondern die weiteren Berufsaussichten der Jungen. Entschärfe sich die Krise weniger schnell als erwartet, würden im Herbst 2010 noch mehr Lehrabgänger auf der Strasse stehen, sagte Renold, weiter. Allerdings seien die Prognosen schwierig.
Gute Reaktion der Anbieter
Zur Lage auf dem Lehrstellenmarkt äusserte sich Renold optimistisch. Selbst in Kantonen wie Zürich, wo recht schnell eine enge Lehrstellensituation auftreten könne, seien Angebotsrekorde zu verzeichnen.
Kantone und Betriebe hätten auf die schlechte Lage vorbildlich reagiert. Zudem könnte der Bund bei einer Verschärfung rasch Mittel für eine Anschubfinanzierung bereitstellen.
Lehrlingsmangel in einigen Jahren
Schon bald aber werden sich gemäss Renold die Firmen um Lehrlinge streiten. Ab 2011 kämen bereits die ersten geburtenschwachen Jahrgänge auf den Lehrstellenmarkt. Zwischen 2011 und 2018 gehe gemäss Prognosen die Zahl der Lehrlinge um acht Prozent zurück.
Wenn die Wirtschaft in dieser Zeit nicht nur anziehe sondern boome, breche in einigen Branchen ein Lehrlingsmangel aus. Die Betriebe seien darum interessiert, die Lehrstellen auch in der Krise zu erhalten. (luek, sda/ap)
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