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Dienstag, 15.12.2009

Sorgenkind bleibt der Arbeitsmarkt

Die Ökonomen des Bundes haben ihre Konjunkturprognose weiter nach oben korrigiert. Auf dem Arbeitsmarkt rechnen sie aber erst im Jahr 2011 mit einer Wende, im nächsten Jahr dürfte die Arbeitslosigkeit weiter steigen.

Nach einem Rückgang von 1,6 Prozent im laufenden Jahr dürfte das reale Bruttoinlandprodukt (BIP) 2010 wieder um 0,7 Prozent steigen, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) mitteilte. Bisher war die Expertengruppe Konjunkturprognosen des Bundes von einem Wachstum von lediglich 0,4 Prozent ausgegangen.

Für 2011 sagen die Ökonomen eine Beschleunigung des Wachstums auf 2,0 Prozent voraus. Im Vergleich zur letzten Prognose vom September ist das Seco vor allem beim privaten Konsum zuversichtlicher.

Weltwirtschaft erholt sich langsam
Der Hauptgrund dafür, dass die Schweizer Wirtschaft nicht richtig in Schwung kommt, liege an der langsamen Erholung der Weltwirtschaft, sagte Aymo Brunetti, Chefökonom des Seco, gegenüber Schweizer Radio DRS.

Der Aufschwung in verschiedenen Ländern sei vor allem getragen von Konjunkturprogrammen, die im nächsten Jahr ausliefen. Er gehe deshalb davon aus, dass «die Weltwirtschaft wieder etwas ins Stocken geraten wird».

Arbeitslosigkeit steigt weiter und bleibt hoch
Düster bleiben hingegen die Aussichten auf dem Arbeitsmarkt, auch wenn die schlimmsten Befürchtungen einer Arbeitslosenquote von über fünf Prozent nicht eintreten dürften.

2010 rechnen die Bundesökonomen nun mit einer durchschnittlichen Arbeitslosenquote von 4,9 Prozent, verglichen mit 5,2 Prozent in der bisherigen Prognose und 3,7 Prozent im Mittel des laufenden Jahres. Trotz erwartetem Aufschwung vor allem im übernächsten Jahr dürfte gemäss Seco die Arbeitslosenquote anahaltend hoch bei 4,9 Prozent verharren.

Aufschwung bleibt fragil
Nach wie vor gering ist gemäss Seco hingegen die Inflationsgefahr. Nach einer Minusteuerung von 0,5 Prozent in diesem Jahr werden positive Inflationsraten von 0,8 und 0,7 Prozent für die beiden nächsten Jahre vorausgesagt.

Die Erholung ist laut Seco «massgeblich» von Konjunkturprogrammen getragen. Der Ausblick sei denn auch «keineswegs ungetrübt». Denn die Impulsprogramme laufen aus. Für einen echten Aufschwung müssten der private Konsum und die Investitionsnachfrage anspringen. (pet, ap/sda)

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Aymo Brunetti, Chefökonom Seco: «Es ist unsicher, ob der Aufschwung nach Auslaufen der Konjunkturprogramme weitergeht». (Thomas Rüst, 15.12.2009)
Hören (2:58)

Schweizer Kennzahlen der Konjunktur

Chronik einer beispiellosen Krise


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