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Letztes Update: Mittwoch, 20.1.2010

Post-Präsident Béglé gibt auf

Claude Béglé gibt dem öffentlichen Druck nach und tritt als Verwaltungsratspräsident der Post zurück. Bereits wird über den Nachfolger Béglés spekuliert. Bei den Parteien hat der Rücktritt keine grosse Überraschung ausgelöst.

Post-Präsident Claude Béglé. (Reuters)

Béglés Rücktritt überrascht Politiker kaum

Der Rücktritt von Claude Béglé als Verwaltungsratspräsident der Post überrascht die Politiker kaum. Zu heftig waren seine Person und seine Strategien kritisiert worden. Jetzt sei Bundesrat Moritz Leuenberger gefordert, sagte etwa CVP-Präsident Christophe Darbellay.

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Post-Präsident Béglé gibt auf

Fünf Wochen nach dem erzwungenen Abgang von Konzernchef Michel Kunz hat Post-Präsident Claude Béglé seinen sofortigen Rücktritt bekanntgegeben. Bundeshausredaktor Philipp Burkhardt schätzt den Rücktritt ein.

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Knapp zehn Monate nach seinem Amtsantritt hat der Verwaltungsratspräsident der Schweizerischen Post, Claude Béglé, seinen Rücktritt bekannt gegeben. Die Demission erfolgte nach einer Untersuchung im Departement Leuenberger.

Rücktritt wegen Polemik
Er habe am Dienstag den Bundesrat über seinen sofortigen Rücktritt informiert, schreibt Béglé in einer persönlichen Erklärung. Ein Grund sei «die über weite Strecken polemisch geführte Diskussion» über seinen Arbeitsstil.

«Die unqualifizierten Angriffe gegen meine Person sowie die damit verbundene öffentliche Diffamierung veranlassen mich zu diesem Schritt.» Mit seinem Rücktritt - «einem für mich sehr drastischen Schritt, der mir ausserordentlich schwer fällt» - wolle er das Unternehmen Post und dessen Werte schützen und die Diskussion um die Zukunftsstrategie versachlichen.

Béglé gesteht Fehler ein
«Ich bin mir bewusst, dass mir bei meinem Vorwärtsdrang Fehler unterlaufen sind», schreibt Béglé weiter. Er habe die Bereitschaft zur Veränderung in der Post mit ihrer ausgeprägten Kultur zu optimistisch eingeschätzt.

Er habe bei seinem Amtsantritt im Frühjahr 2009 vom Bundesrat den Auftrag gehabt, die Post in eine neue Ära der Marktöffnung und Liberalisierung zu führen, die Strukturen zu modernisieren und den Staatsbetrieb in eine Zukunft mit nachhaltig gesicherter Ertragskraft zu führen.

«Dabei hatte ich von Beginn weg mit erbittertem Widerstand einer starken Fraktion von Beharren mit Partikularinteressen zu kämpfen.»

Zunehmend in der Kritik
Spätestens seit dem Rauswurf von Postchef Michel Kunz Ende 2009 und dem Rücktritt der beiden Verwaltungsräte Rudolf Hug und Wolfgang Werlé hatte die Kritik an Béglé und auch an Postminister Moritz Leuenberger zugenommen.

Leuenberger informierte Béglé am Dienstag über die Schlussfolgerungen der Arbeitsgruppe, die er eingesetzt hatte. Dies teilte das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) mit.

Die Arbeitsgruppe - bestehend aus Uvek-Generalsekretär Hans Werder und dem Direktor der Eidgenössischen Finanzverwaltung, Peter Siegenthaler - hatte zuvor Gespräche mit den Verwaltungsräten, der Konzernleitung sowie einer Kadervertretung der Post geführt.

Negative Rückmeldungen
Die Resultate seien «nicht wahnsinnig positiv» ausgefallen, sagte Uvek-Sprecher Harald Hammel auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Béglé habe danach den Schluss gezogen, dass sein Rücktritt das Beste für die Post sei.

Das Uvek sei vom sofortigen Rücktritt des Postpräsidenten nicht wirklich überrascht, sagte Hammel weiter. Nach dem Medienrummel der letzten Wochen habe man allerdings nicht mehr ausschliessen können, dass es zu diesem Schritt komme. In diesem Sinne äusserten sich in ersten Stellungnahmen auch Parteien und Gewerkschaften.

Ruf nach Ruhe von allen Seiten
Von Rechts bis Links wünschen sich die Parteien nach den Turbulenzen nun klare Verhältnisse und Ruhe an der Post-Spitze. In die Pflicht nehmen sie dabei die Landesregierung.

Der Gesamtbundesrat müsse sich des Dossiers annehmen und eine Nachfolgeregelung in die Wege leiten, sagte SVP-Präsident Toni Brunner. Es müsse mit allen Mitteln verhindert werden, dass so «weiter gefuhrwerkt» werde wie bisher.

Hasskampagne gegen Béglé
Ausgeschlossen ist für die SP und die CVP insbesondere eine Rückkehr der alten Garde, die den Rücktritt Béglé mit einer Hasskampagne verursacht habe.

Bundesrat Moritz Leuenberger müsse der Post nun eine klare Strategie vorgeben, schreibt die FDP. Für die Gewerkschaft Kommunikation (GeKo) ist der Auftrag an das Uvek klar: «Rückbesinnung auf den Service public.»

Der Bundesrat wird sich am Mittwoch mit der Situation der Post nach Béglés Rücktritt befassen. Béglé selber wird sich am Mittwochmorgen an einer Medienkonferenz in Bern näher erklären. (nab, sda)

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Béglé: Ein Mann, der immer wieder aneckt

Chronologie: Die Post-Affäre


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