Roche am «Public Eye»-Pranger
Skrupellose Firmen ausgezeichnet
Die Erklärung von Bern (EvB) und Greenpeace haben in Davos zum Start des World Economic Forum (WEF) die sozial und ökologisch skrupellosesten Firmen prämiert.
Der Basler Pharmakonzern Roche und die nichtstaatliche Royal Bank of Canada sind die diesjährigen Preisträger des Anti-Oscars «Public Eye Award». Der erste «Greenwash Award» ging an das Uno-Wassermandat.
Schattenseiten des Ultraliberalismus
Mit den Preisträgern sind zwei Unternehmen und eine Institution ausgezeichnet worden, deren verantwortungsloser Umgang mit Menschen und Umwelt die Schattenseiten eines von Profitdenken getriebenen, ungezügelten Ultraliberalismus zeige.
Das umsatzstärkste Unternehmen Kanadas, die Royal Bank of Canada, das mit dem «Global Award» ausgezeichnet wurde, steht wegen seiner Rolle als weltweit führender Financier der Ölsandkonzerne am Pranger.
Diese fördern in der Provinz Alberta auf einer Fläche, die grösser ist als die Schweiz und Österreich zusammen, das dreckigste Rohöl der Welt, wie die Organisatoren schreiben.
Roche doppelt in den Kränzen
Das Basler Pharmaunternehmen Roche erhält gleich zwei Anti-Oscars, den «Swiss Award» und den «People's Award». Diese Doppelauszeichnung zeige, dass Fachjury und Internet-Gemeinde die Geschäftspraktiken des Basler Pharma-Unternehmens gleichermassen scharf verurteilten, so die Organisatoren.
Kritisiert werden namentlich in China durchgeführte Studien zum Medikament Cell Cept, das die Organabstossung nach Transplantationen verhindern soll. Roche führe die Studien in China durch, obwohl dort mehr als 90 Prozent aller transplantierten Organe von hingerichteten Gefangenen stammten. Über die Herkunft der Organe schweige sich der Konzern beharrlich aus.
«Greenwash Award» für Uno-Wassermandat
Den neu geschaffenen «Greenwash Award» hat die Fachjury dem Uno-Wassermandat verliehen. Die von Wasser als primäre Ressource finanziell profitierenden Konzerne wie Nestlé, Coca Cola oder Dow Chemical gäben vor, in diesem Klub gemeinsam mit Uno-Organisationen und Hilfswerken die Wasserkrise zu bekämpfen.
Stattdessen trieben sie unter dem Uno-Signet ihre Politik der Wasserprivatisierung systematisch weiter, ohne Berücksichtigung existierender, verbindlicher Öko- und Sozialstandards, teilten EvB und Greenpeace mit. (haem, ddp/sda)
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