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Mittwoch, 10.2.2010

Weniger Schweizer Schokolade verkauft

Das Krisenjahr 2009 war laut den Chocolatiers ein zartbitteres Jahr. Denn die Schweizer haben vermehrt auf die süsse Versuchung verzichtet und pro Kopf sieben Tafeln weniger konsumiert.

«Zartbittere» Schokoladeumsätze 2009

Der Branchenverband Chocosuisse meldet für das vergangene Jahr «zartbittere» Umsätze - ein schönes Wort für eine harte Tatsache: Im letzten Jahr sank in der Schweiz der Konsum von Schokolade pro Kopf um 700 Gramm auf 11,7 Kilogramm.

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Nun hat die Wirtschaftskrise auch die Schweizer Schokoladenindustrie erreicht: Pro Kopf konsumierten die Schweizerinnen und Schweizer 2009 noch 11,7 Kilogramm Schokolade, 700 Gramm weniger als im Vorjahr. Auch im Ausland wurde weniger Schweizer Schokolade gekauft.

Das ist der erste Absatzrückgang seit sechs Jahren, den die 18 Schweizer Schokoladefabrikanten zu beklagen haben. Die Verkäufe gingen um 5,9 Prozent auf 174'109 Tonnen zurück. Der Umsatz sank noch etwas stärker um 6,4 Prozent auf 1702 Milliarden Franken, wie der Branchenverband Chocosuisse mitteilte.

Dies führt der Verband nebst der Wirtschaftskrise auch auf die warmen Temperaturen im vergangenen Frühling zurück. Ferner habe der rückläufige Tourismus die Verkäufe belastet.

Portemonnaie sitzt weniger locker
Seit Beginn der Krise haben die Confiseure und Schokolade-Produzenten immer wieder versichert, dass man auf eine süsse Belohnung auch in Krisenzeiten nicht verzichte. Jetzt zeigt sich jedoch ein anderes Bild.

«Vielleicht suchen die Leute manchmal Trost auch in günstigeren Produkten», erklärte Franz Schmid vom Branchenverband Chocosuisse gegenüber Schweizer Radio DRS. Tatsächlich haben die Konsumenten eher zu günstigeren Produkten gegriffen. Deshalb brach der Umsatz stärker ein als der Absatz. Dabei gingen die verkauften Mengen in der Schweiz stärker zurück als im Ausland. Der Umsatz sank hingegen im Ausland deutlich stärker als im Inland.

Günstige Import-Schoggi gefragt
Vermehrt wählten Schweizerinnen und Schweizer auch ausländische Schokolade: Der Anteil der Importschokoladen am Inlandkonsum erhöhte sich auf 33,6 Prozent. Hierfür dürften tiefpreisige Produkte ausschlaggebend gewesen sein, schreibt Chocosuisse.

Die grössten Zuwachsraten konnten mit Riegeln sowie mit Festartikeln für Ostern und Weihnachten erzielt werden. Stark rückläufig war im Ausland die Nachfrage nach Schokoladetafeln. Das grösste Wachstum wurde mit Schoggistängeli erzielt. Zulegen konnte die Branche auch beim Export von Halbfabrikaten wie Couverturen.

Deutschland hat weniger Lust auf Schweizer Schoggi
Auf dem wichtigsten Exportmarkt Deutschland ging die Nachfrage nach Schweizer Schoggi insgesamt erneut deutlich zurück. Während hier die gelieferte Menge um 9,7 Prozent sank, brachen die Umsätze um 13 Prozent ein.

Schweizer Schoggi in Belgien beliebt
Bemerkenswert gewachsen sind die Exporte hingegen nach Belgien, und zwar mengen- und umsatzmässig. Ausserhalb der EU konnten die Schweizer Schokoladehersteller in Australien, in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi-Arabien, Kuwait und China markante Mehrverkäufe realisieren.

Für das 2010 rechnen die Schweizer Chocolatiers mit einer Verbesserung. Vor allem in der Schweiz wollen sie Terrain zurückgewinnen. Abgenommen hat die Zahl der Mitarbeitenden, und zwar um über 400 auf 4316. (acd, sda)

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