Myclimate auf Erfolgskurs
Immer mehr Menschen denken beim Buchen einer Flugreise oder beim Autofahren auch an die Umwelt. Sie kompensieren die Menge an CO2, die durch ihren Flug oder ihre Autofahrt in die Luft ausgestossen wird, mit dem Kauf eines Kompensations-Tickets bei der Stiftung Myclimate.
Im letzten Jahr seien 50 Prozent mehr CO2 kompensiert worden als im Vorjahr, teilte die Stiftung mit. Betrachte man die letzten drei Jahre, habe sich diese Menge gar verzwölffacht. Das Geld sei in Klimasachutz-Projekte geflossen.
Aus einer Idee wurde ein erfolgreiches Unternehmen
Die Stiftung Myclimate wurde 2002 von Forschenden der ETH Zürich ins Leben gerufen. Die Stiftung beschäftigt heute mehr als 30 Mitarbeitende und erwirtschaftet einen jährlichen Umsatz von 11 Millionen Franken. Die Grundidee von Myclimate war die Kompensation von Flügen. Heute macht diese Form der CO2-Kompensation Dreiviertel des Umsatzes aus.
«Es ist nicht nur eine Erfolgsgeschichte als Organisation, sondern auch des Thema Klimaschutz, der mehr und mehr auch Teil wird von Produkten und Unternehmensstrategien», sagte der stellvertretende Geschäftsführer Alain Schilli gegenüber Schweizer Radio DRS.
Umweltbewusstsein wächst auch bei Unternehmen
Die Zusammenarbeit mit Unternehmen und Wirtschaftsverbänden werde deshalb immer wichtiger. Unternehmen könnten ihre CO2-Emissionen berechnen und sich beraten lassen, wie sie diese Verschmutzung verringern können.
Gemäss Schilling ist die Wirtschaft durchaus daran interessiert, an der Lösung des Klimaproblems mitzuwirken. Gerade die freiwilligen Massnahmen würden für Unternehmen immer wichtiger. Sie könnten sich damit auf eine Verschärfung der Gesetze vorbereiten.
Win-Win-Situation für In- und Ausland
Die Zusammenarbeit von Myclimate mit der Schweizer Industrie ermöglicht, den Ausstoss von CO2 im Inland zu verringern und mit dem Geld Umweltprojekte im Ausland zu unterstützen. Dadurch finde eine Kompensation in der Dritten Welt statt, wo Solar-Anlagen, Aufforstungen oder Klein-Wasserkraftwerke finanziert würden, so Schilli.
Im letzten Jahr half Myclimate auf diese Weise, 300'000 Tonnen CO2 zu kompensieren. Das ist mehr als doppelt so viel wie noch im Jahr 2008. Das entspricht dem jährlichen CO2-Ausstoss einer Stadt mit 40'000 Einwohnern, wie etwa Thun oder La Chaux-de-Fonds. Allerdings sei dies bloss ein halbes Prozent des gesamten Schweizer CO2-Ausstosses, gibt Schilli zu bedenken.
Myclimate investiert verstärkt auch in die Umweltbildung. Die Stiftung hat beispielsweise einen Klima-Hörpfad zur neuen Monte-Rosa-Hütte oberhalb von Zermatt finanziert oder ein neues Klima-Lehrmittel für Schweizer Schulen entwickelt. (bat/bonk)
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