SNB erwartet Jahresverlust von 21 Milliarden Franken
Der starke Franken verhagelt das Ergebnis der Schweizerischen Nationalbank (SNB). Für das vergangene Jahr rechnet die Zentralbank mit einem Verlust von 21 Milliarden Franken.
Jordan bereut Interventionen nicht
Die starke Aufwertung des Franken gegenüber dem Euro und Dollar habe im vergangenen Jahr für einen Verlust von 26 Milliarden Franken auf den Fremdwährungspositionen gesorgt, gab die SNB in einem Communiqué bekannt. Gemildert wird der Verlust durch den Bewertungsgewinn auf dem Gold-Bestand von knapp 6 Milliarden Franken.
Unter dem Strich rechnet die SNB mit einem Verlust von 21 Milliarden Franken. Im Jahr zuvor hatte unter dem Strich noch ein dickes Plus von 10 Milliarden Franken gestanden.
Im Gespräch mit Schweizer Radio DRS verteidigte SNB-Vizepräsident Thomas Jordan die Interventionen am Devisenmarkt im vergangenen Jahr. Damals hatte die Zentralbank Euro im grossen Stil aufgekauft, um so den Kurs des Franken tief zu halten. Der Wertverlust auf die so angehäuften Euro resultierte schliesslich im nun erwarteten Milliardenverlust.
«Die Interventionen waren damals richtig, um Deflationsrisiken abzuwenden, die sich damals gestellt hatten», sagte Jordan Schweizer Radio DRS. Der in der Tat grosse Verlust komme zustande, weil die SNB ihr Mandat erfüllt und für Preisstabilität gesorgt habe.
Ausschüttungen bleiben - vorerst
Trotz des grossen Verlustes will die SNB aber an den Ausschüttungen an Bund und Kantone festhalten - zumindest vorerst. Um dies zu gewährleiten kürzt die Nationalbank die Zuweisung an die Rückstellungen für Währungsreserven von 4 Milliarden auf 0,7 Milliarden Franken.
«Dies erlaubt es, an der vorgesehenen Ausschüttung für das Geschäftsjahr 2010 von 2,5 Milliarden Franken an Bund und Kantone sowie an der Dividendenausschüttung von 1,5 Milliarden Franken festzuhalten», schreibt die SNB. Damit gewährleiste sie Planungssicherheit für die Budgets von Bund und Kantonen.
Ausschüttungen vorübergehend aussetzen?
Allerdings warnt die SNB, dass es so nicht weitergehen könne. Die Ausschüttungsreserve schmilzt wegen des Riesenverlusts völlig weg. Nachdem Ende 2009 noch 19 Milliarden Franken im Topf waren, wird die Ausschüttungsreserve nun ein Minus von 5 Milliarden Franken aufweisen.
Künftige Gewinne sollen als erstes gegen die negative Ausschüttungsreserve verrechnet werden. «Die Nationalbank schliesst daher nicht aus, dass die Ausschüttungen für eine gewisse Zeit vollständig ausgesetzt werden müssen und später nur in reduzierterem Umfang vorgenommen werden können.» Trotz der reduzierten Zuweisung sei die Eigenkapitalbasis der Nationalbank im Vergleich mit anderen Zentralbanken immer noch stark, hiess es weiter. (ank, sda)
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