China fordert ökonomische Kooperation weltweit
Angesichts der Turbulenzen an den Finanzmärkten hat der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao zu einer stärkeren internationalen Zusammenarbeit aufgerufen.
Wen fordert verantwortungsvolle Geldpolitik
Nach einer regelmässigen Kabinettssitzung verwies Wen auf die Schuldenprobleme in den USA und Europa. Die betreffenden Länder müssten eine verantwortungsvolle Geldpolitik betreiben und ihre Defizite in den Griff bekommen, sagte Wen dem amtlichen chinesischen Radio zufolge. Die Weltgemeinschaft müsse die gesamtwirtschaftliche Strategie besser abstimmen, um ein stabiles Wirtschaftswachstum zu erreichen.
Es waren die ersten offiziellen Äusserungen aus Peking zu den Turbulenzen an den Weltmärkten in den vergangenen Tagen. Hintergrund sind die Zuspitzung der Schuldenkrise in Europa und die Herabstufung der Bonitätsnote für die USA durch die Ratingagentur Standard and Poor's.
China sucht Balance zwischen Preis- und Wachstumsrisiken
Am Montag hatten die 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) ihren Willen bekundet, die Finanzmärkte zu stabilisieren und das Weltwirtschaftswachstum zu fördern. Wen deutete an, dass China nicht so stark wie bisher die Teuerung bekämpfen könnte.
Normalerweise erklärt die chinesische Regierung den Kampf gegen die Inflation zur Priorität. Diesmal hiess es dagegen, man müsse eine Balance zwischen Preis- und Wachstumsrisiken finden.
China stämmte die Finanzkrise 2008
Die Volksrepublik China hatte vor drei Jahren mit einem Konkjunkturprogramm von umgerechnet 470 Milliarden Franken wesentlich dazu beigetragen, die weltweite Finanzkrise abzufedern. Mit dem Programm wurde nicht nur die heimische Wirtschaft angekurbelt, es verschaffte auch ausländischen Fimen einen Auftragsboom.
Die Quittung für die damalige Massnahme war eine massiv anziehende Inflation. Daher halten es Experten für unrealistisch, dass China wieder mit einer Konjunkturspritze in Milliardenhöhe als Retter der globalen Finanzprobleme auftreten kann. Ein weiteres Anziehen der Preise könnte soziale Unruhen auslösen und womöglich die Macht der Kommunistischen Partei gefährden. (bat, sda/reuters)
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