BKB macht keine Rückstellungen
Bankpräsident Andreas Albrecht (rechts) und Direktionspräsident Hans Rudolf Matter an der Bilanzmedienkonferenz. (Keystone)
Die Basler Kantonalbank (BKB) hat anlässlich der Jahresbilanz auch zu den Untersuchungen der US-Steuerbehörden wegen allfälliger Beihilfe zur Steuerhinterziehung Stellung genommen. Laut Direktionspräsident Hans Rudolf Matter besteht «keinerlei Hinweis» auf eine bevorstehende Anklage. Er betonte, dass die BKB nie aktiv in den USA aufgetreten sei und auch nie gezielt US-Kunden gesucht habe.
Bankratspräsident Andreas Albrecht stellte fest, dass das Institut im Zusammenhang mit dem Steuerstreit mit den USA keine Rückstellungen getätigt habe. Eine allfällige Busse könne aus Reserven bezahlt werden. Diese seien um 105 Millionen Franken geäufnet worden. Auf die Staatsgarantie werde die BKB nicht zurückgreifen müssen.
Laut Albrecht hat die BKB keine Dienstleistungen zur Errichtung von Strukturen angeboten, die der Verschleierung der Steuerpflicht dienten. Angeklagt seien nur externe Vermögensverwalter, mit denen die BKB gearbeitet habe.
US-Kundschaft wird abgestossen
Laut Matter liegt heute der Anteil der US-Kunden bei gut einem Prozent aller Kundenvermögen, also rund 300 Millionen Franken. Die BKB sei daran, sich von diesen Kunden zu trennen. Diese Aktion werde voraussichtlich noch im laufenden Jahr abgeschossen. Rund tausend Briefe zur Auflösung von Konten seien verschickt worden.
Tiefere, aber immer noch schwarze Zahlen
Die BKB erzielte 2011 nach Kursverlusten im Handelsgeschäft einen rund 20 Prozent tieferen Bruttogewinn als im Vorjahr. Der Jahresgewinn des Stammhauses fiel knapp 10 Prozent tiefer aus und belief sich auf 79,7 Millionen Franken. Für den Kanton Basel-Stadt bedeutet der tiefere BKB-Gewinn eine um 16,8 Millionen Franken auf 68,2 Millionen Franken reduzierte Gesamtausschüttung.
Ein ähnliches Bild wie beim Stammhaus zeigt sich beim BKB-Konzern, zu welchem die Bank Coop gehört. Der konsolidierte Bruttogewinn auf Konzernebene ging um 5,4 Prozent auf 294 Millionen Franken zurück, der Reingewinn um 4,4 Prozent auf 207 Millionen Franken.
Für das laufende Jahr rechnet Matter angesichts von Wirtschaftskrise, Regulierungs-Bestrebungen und Steuerstreit mit tieferen Erträgen und höheren Kosten. Aufgefangen werden soll dies mit dem Fokus auf die Schweizer Kundschaft und das Private Banking sowie mit Synergie-Einsparungen. (basn, sda)
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