Postchef Michel Kunz muss abtreten
Postchef Kunz war als Nachfolger von Ulrich Gygi nur neun Monate im Amt. (Keystone)
VR-Präsident Béglé: «Trennung in gegenseitigem Einverständnis»
Die Post hat Jürg Bucher zum neuen Konzernleiter ernannt. Bucher trete per sofort die Nachfolge von Michel Kunz an, der das Unternehmen in gegenseitigem Einvernehmen verlasse, teilte die Post mit.
Ablösung überraschend
«Unterschiedlichen Auffassungen in grundlegenden Fragen» hätten sie dazu bewogen, den Vertrag mit Kunz nach nur neun Monaten aufzulösen.
Kunz war seit 1999 Mitglied der Konzernleitung. Am 1. April trat er die Nachfolge von Ulrich Gygi als Konzernchef an. Er garantiere für Kontinuität und Stabilität beim «gelben Riesen», hiess es damals.
Spannungen in der Chefetage
Schon bald aber zeichneten sich Konflikte zwischen Kunz und dem kurz zuvor gewählten Verwaltungsratspräsidenten Claude Béglé ab. Dabei soll es verschiedentlich zu Spannungen mit Kunz gekommen sein.
So auch wieder Anfang Dezember 2009 als Kunz die Idee einer Briefkastengebühr als Ersatz für die sinkenden Einnahmen im Briefverkehr in einem Zeitungsinterview lancierte. Nicht nur die Öffentlichkeit, sondern auch Béglé und Postminister Moritz Leuenberger waren überrascht. Leuenberger pfiff Kunz postwendend zurück. Und auch Béglé ging auf Distanz.
Vielleicht habe die Tatsache, dass Kunz ohne Absprache mit dem Verwaltungsrat mit der Idee an die Öffentlichkeit gelangt sei, zum Entscheid beigetragen, sagte Béglé gegenüber Schweizer Radio DRS.
Bucher soll Kontinuität garantieren
Der neue Konzernleiter Jürg Bucher blickt auf eine erfolgreiche, rund 25-jährige Karriere bei der Post zurück. Unter seiner siebenjährigen Führung hat sich der Bereich Postfinance zum ertragsstärksten Standbein der Post entwickelt, wie es in der Mitteilung heisst. Er sei daher ein Garant für Kontinuität.
Mit seiner Ernennung werde auch der zentralen strategischen Bedeutung und dem Erfolg von Postfinance als wichtigstem Ertragspfeiler Rechnung getragen. Seine Funktion als Leiter Postfinance soll er behalten. (nab/pet, ap)
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