Post: Politiker fordern Leuenberger zum Handeln auf
Die Schweizerische Post kommt nicht zur Ruhe
An der Spitze der Post hat es einen weiteren Eklat gegeben. Der langjährige Verwaltungsrat Rudolf W. Hug tritt zurück. Grund ist ein Streit mit Verwaltungsratspräsident Claude Béglé über Strategie und Führung des Unternehmens. Bereits vor einer Woche war Postchef Michel Kunz entlassen worden.
Abgänge lösen Befremden aus
Die zwei Abgänge in der Führung der Schweizer Post lösen in den Parlamentskommissionen Befremden aus. Max Binder, der neue Präsident der Verkehrs- und Fernmeldekommission des Nationalrates, ist überrascht über den Rücktritt von Verwaltungsrat Rudolf W. Hug, auch wenn dessen Meinungsverschiedenheiten mit Verwaltungsratspräsident Claude Béglé bekannt gewesen seien, wie er gegenüber Schweizer Radio DRS erklärte.
Leuenberger soll eingreifen
Markus Hutter, ebenfalls Mitglied der nationalrätlichen Fernmeldekommission, erwartet von Postminister Moritz Leuenberger, dass er jetzt eingreift. Er müsse jetzt das Gespräch mit Verwaltungsratspräsident Béglé führen.
Das fordert auch Peter Bieri, Mitglied und Ex-Präsident der ständerätlichen Fernmeldekommission. Da könne «irgendetwas nicht mehr stimmen».
Bundesrat Leuenberger wollte bisher noch keine Stellung beziehen. Im Departement von Postminister Moritz Leuenberger nahm man den Abgang allerdings am Abend gelassen hin: «Wir sind nicht überrascht», sagte Leuenbergers Sprecher Dominique Bugnon. Hug hätte im Frühling ohnehin seinen Posten räumen müssen, weil die Amtszeit der Verwaltungsräte neu auf 12 Jahre beschränkt sei. Ob man in Hugs Abgang ein Signal an die Politik sieht, wollte Bugnon nicht sagen. (luek, jaga, sda/ap)
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