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Mittwoch, 23.12.2009

Leuenberger kritisiert Abgang von Hug

Bundesrat Leuenberger kritisiert gegenüber Schweizer Radio DRS den Abgang von Post-Verwaltungsrat Hug. Gegen die Auslandstrategie von Post-Präsident Béglé hat er einige Einwände.

Bundesrat Leuenberger äussert sich zu den Problemen bei der Post. (Reuters)

Leuenberger äussert sich zu Post-Streitigkeiten

Bundesrat Moritz Leuenberger hat sich gegenüber Schweizer Radio DRS erstmals zu den Abgängen an der Spitze der Post geäussert. Er fordert Ruhe für den Konzern und die Mitarbeitenden. Seiner Meinung nach ist es aber richtig, wenn offen über die künftige Ausrichtung der Post diskutiert wird.

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Soll die Post ins Ausland expandieren?

Es ist nicht nur der Stil des Post-Präsidenten Claude Béglé, der zu reden gibt. Es ist auch seine Strategie, die für Kontroversen sorgt. Der neue oberste Pöstler will die Postfinance stärken, den Konzern umorganisieren, aber vor allem will er ins Ausland expandieren.  Mehr

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Kurz nach der Absetzung von Post-Konzernchef Michel Kunz ist auch ein Mitglied des Verwaltungsrats zurückgetreten. Rudolf Hug verlässt das Gremium per sofort.

Öl ins Feuer gegossen
Bundesrat Moritz Leuenberger, Vorsteher des Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK), kritisierte diesen Abgang gegenüber Schweizer Radio DRS scharf. «Das wäre nicht notwendig gewesen. Hier hat Herr Hug bewusst Öl ins Feuer gegossen.»

Hug hätte wegen Amtszeitbeschränkung im kommenden Frühling ohnehin zurücktreten müssen. Ausserdem habe Hug seinen Rücktritt zuerst den Medien mitgeteilt und erst nachher dem Bundesrat. «Hier wurde die öffentliche Polemik gesucht. Damit bin ich überhaupt nicht einverstanden.»

Ideen müssen diskutiert werden

Für Leuenberger ist nicht Verwaltungsratspräsident Claude Béglé verantwortlich für die Streitigkeiten innerhalb der Post. Der Verwaltungsrat dürfe neue Strategie und Ideen diskutieren, auch in der Öffentlichkeit. Er selbst sei nicht mit allen diesen Ideen einverstanden, aber sie müssten diskutiert werden.

Gleichzeitig aber relativierte Leuenberger die Ausland-Ideen von Béglé. Dieser schlug vor, im Ausland zu expandieren und damit das rückläufige Geschäft im Inland zu kompensieren.

Er habe nicht grundsätzlich etwas gegen Postgeschäfte im Ausland, sagte Leuenberger: «Die Post ist bis jetzt schon im Ausland gewachsen. Ein Fünftel des Umsatzes wird bereits heute im Ausland generiert. Es ist durchaus eine Vorstellung, dass dies ausgebaut werden soll.»

Andere Geschäftsbereiche für die Post
Er wäre jedoch nicht damit einverstanden, die gesamte Finanzierung der Grundversorgung nur mit Auslandsgeschäften vorzunehmen, so Leuenberger weiter. Das solle im Inland geschehen. «Das bedingt aber auch, dass man der Post erlaubt, in anderen Geschäftsbereichen tätig zu werden.»

Leuenberger spielt damit auf das Thema Postfinance an. Seit längerem bemüht sich die Post vergeblich um eine Banklizenz, um selber Kredite vergeben zu können. Ein Anliegen, das vor allem linke Politiker unterstützen. Doch erst kürzlich lehnte der Ständerat dies deutlich ab.

Leuenberger erwartet Ruhe
Auf die Frage, ob er hinter Béglé stehe, sagte Leuenberger, er selbst habe ihn als Post-Präsidenten vorgeschlagen. Aber er erwarte, dass nun Ruhe in der Post einkehre. Den Mitarbeitern nütze es nichts, wenn persönliche Machtkämpfe dazu führten, dass die Post zum Gegenstand von Spekulationen werde. (cdm, hugk/jaga)

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