Post-Verwaltungsrat Werlé tritt zurück
Wolfgang Werlé ist mit Post-Präident Claude Béglé unzufrieden und geht. (zvg)
Uvek will Ereignisse bei Post analysieren
Die Post verliert einen weiteren Verwaltungsrat wegen Differenzen mit dem Präsidenten Claude Béglé: Nach Rudolf W. Hug hat auch Wolfgang Werlé seinen Rücktritt bekannt gegeben.
Er habe Bundesrat Moritz Leuenberger mit einem Schreiben vom Montag mitgeteilt, dass er das Amt nach fast achtjähriger Tätigkeit mit sofortiger Wirkung niederlege, teilte Werlé mit.
Unterschiedliche Auffassungen
Die Begründung Werlés ist ein weiterer Angriff gegen den umstrittenen Verwaltungsratspräsidenten Claude Béglé.
Grund für seinen Rücktritt seien unterschiedliche Auffassungen über die Führung und Organisation des Verwaltungsrates. Ausserdem sei die vom Verwaltungsratspräsidenten öffentlich vertretene Auslandsstrategie mit grossen Risiken behaftetet und nie vom Gesamtverwaltungsrat genehmigt worden, so der 62-Jährige.
Mehrere Abgänge innerhalb kurzer Zeit
Vor Werlé hatte bereits Verwaltungsrat Rudolf W. Hug den Hut genommen. Er ging Mitte Dezember, fünf Tage nachdem Konzernchef Michel Kunz faktisch abgesetzt und durch Postfinance-Chef Jürg Bucher ersetzt worden war.
Einen Unterschied zwischen den beiden Rücktritten aus dem Verwaltungsrat gibt es: Im Frühling hätte Hug aufgrund der Amtszeitbeschränkung von zwölf Jahren ohnehin ausscheiden müssen. Werlé dagegen hätte wiedergewählt werden können.
Uvek bedauert Entscheid
Das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) bedauerte den Entscheid. Gleichzeitig kündigte es an, bei der Vorbereitung der ordentlichen Erneuerungswahl im Frühling 2010 die Zusammensetzung des Post-Verwaltungsrats grundsätzlich zu überdenken.
Dabei werde es vor allem darum gehen, die Ereignisse wie die Abwahl von Konzernchef Kunz und die Rücktritte aus dem Verwaltungsrat zu analysieren, aufzuarbeiten und die notwendigen Schlüsse daraus zu ziehen. (acd, sda/ap)
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