Politiker fordern Neuanfang bei der Post
Post-Präsident Béglé soll sich erklären, finden die Politiker. (Keystone)
Soll die Post ins Ausland expandieren?
Man werde die Zusammensetzung des Postverwaltungsrats grundsätzlich überprüfen, hatte der zuständige Bundesrat Moritz Leuenberger nach der neusten Personalrochade am Dienstagabend ausrichten lassen. Will heissen: Auch die Person von Post-Verwaltungsratspräsident Claude Béglé wird in Frage gestellt.
Béglé hatte mit seinen Äusserungen zur künftigen Auslandstrategie der Post für Aufruhr gesorgt. Zudem hatte er Konzernchef Michel Kunz praktisch zum Rücktritt gezwungen und die Rücktritte der Verwaltungsräte Rudolf Hug und Wolfgang Werlé ausgelöst.
Politiker von rechts bis links besorgt
Es sei richtig, dass das Departement Leuenberger nun alle Verwaltungsräte gründlich überprüfe, findet SP-Nationalrat Andrea Hämmerle. Es brauche einen Neuanfang, sagte er gegenüber Schweizer Radio DRS.
Denn es sei zu bezweifeln, dass der Verwaltungsrat so überhaupt noch funktionieren könne: «Béglé ist eine schillernde Figur, er ist sicher sehr kompetent und weiss sehr viel, aber ob er diesen Verwaltungsrat der Schweizerischen Post richtig führen kann, darüber habe ich inzwischen meine Zweifel.»
«Zeit, dass Leuenberger Zepter in die Hand nimmt»
Auch nach Meinung von FDP-Ständerat Rolf Büttiker wird die Luft für Postpräsident Béglé dünner. «Es wird Zeit, dass Bundesrat Leuenberger als Departementsvorsteher das Zepter in die Hand nimmt und dafür sorgt, dass der Verwaltungsrat der Post wieder funktioniert», betonte er gegenüber Schweizer Radio DRS.
Sein Parteikollege Markus Hutter findet, zunächst müsse Béglé seine Auslandstrategie auf den Tisch legen, dass man sehe, was er genau mit der Post wolle. «Es ist inakzeptabel, dass ein Verwaltungsrat bei einem umstrittenen Entscheid so auseinander fällt, und so zu einer Belastung für das ganze Unternehmen wird», stellte Hutter fest und forderte, dass jetzt wieder Ruhe in das Gremium einkehre.
Zukunft der Post klären
Wenn die Postgesetzgebung demnächst in der nationalrätlichen Verkehrskommission behandelt werde, brauche es doch eine Post, die wisse, was sie in Zukunft wolle, findet auch CVP-Ständerat Peter Bieri: «Deshalb können die Fragen der Post-Weiterentwicklung, -Gesetzgebung und Zusammensetzung des Verwaltungsrats nicht vollumfänglich voneinander getrennt werden.»
Auch der Präsident der zuständigen Kommission des Ständerats, Christoffel Brändli, spricht von einer unerfreulichen Situation, daher erwarte man nächsten Montag in der Kommission Erklärungen vom zuständigen Bundesrat Leuenberger: «Ein Verwaltungsrat muss als Team funktionieren. Im Moment scheint es, dass dies nicht der Fall ist.»
Arbeiterschaft zufrieden
Bei der Gewerkschaft Kommunikation begrüsst man die Untersuchung durch das Departement Uvek, denn die Vorgänge würden zur Belastung für das ganze Unternehmen Post, vor allem auch für das Personal, wie Fritz Gurtner, Vizepräsident der Gewerkschaft Kommunikation gegenüber Schweizer Radio DRS sagte.
Er erwarte, dass der Bundesrat die Gesamterneuerungswahl des Postverwaltungsrats nicht erst wie geplant im Mai durchführt, sondern möglichst bald. (hugk/nab)
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