Leuenberger lässt Post-Spitze durchleuchten
Bundesrat Moritz Leuenberger und der umstrittene Postpräsident Claude Béglé.
Uvek will Probleme bei der Schweizer Post untersuchen
Bundesrat Moritz Leuenberger, der Vorsteher des Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) hat eine Arbeitsgruppe eingesetzt, um die Turbulenzen im Verwaltungsrat der Post aufzuarbeiten.
Arbeitsgruppe eingesetzt
Uvek-Generalsekretär Hans Werder und Finanzverwaltungschef Peter Siegenthaler, zwei Schwergewichte in der Bundesverwaltung, sollen die drei Abgänge an der Post-Spitze zu analysieren.
Die Abgänge erfolgten innerhalb weniger Wochen: Am 14. Dezember musste Konzernchef Michel Kunz den Hut nehmen. Eine Woche später trat Verwaltungsrat Rudolf Hug zurück; letzten Dienstag tat es ihm Verwaltungsrat Wolfgang Werlé gleich. Beide nannten Differenzen mit Verwaltungsratspräsident Claude Béglé als Grund.
Vorzeitige Erneuerungswahlen?
Es geht bei der Untersuchung vor allem um die Auswirkungen der Abgänge auf die Funktionsfähigkeit des aktuellen Verwaltungsrates. Zudem sollen Rückschlüsse auf die künftige Zusammensetzung des Gremiums gezogen werden. Die Arbeitsgruppe soll auch mögliche Kandidaten evaluieren.
Diese Arbeit dauere eine gewisse Zeit und erfordere höchste Diskretion, sie könne deshalb nicht öffentlich diskutiert werden, heisst es in der Mitteilung des Uvek.
Die im Mai geplante ordentliche Erneuerungswahl des Post-Verwaltungsrates wird gemäss Leuenberger wenn möglich vorgezogen. Die Wahl der Verwaltungsräte und des Verwaltungsratspräsidenten erfolgt durch den Bundesrat auf Antrag des Uvek und des Finanzdepartements.
Politik hatte Untersuchung gefordert
Nach dem Rücktritt von Wolfgang Werlé am Dienstag hatte das Departement von Moritz Leuenberger angekündigt, die Zusammensetzung des Verwaltungsrates grundsätzlich zu überdenken. Dabei werde Béglé genauso unter die Lupe genommen wie alle anderen Mitglieder, hatte ein Sprecher betont.
Politiker und Gewerkschafter hatten eine rasche Klärung der umstrittenen Auslandstrategie von Claude Béglé gefordert. Im Dezember hatte dieser in der Sonntagspresse erklärt, die Post müsse künftig mit Gewinnen im Ausland den Service Public in Inland finanzieren. Die Post müsse werden wie der Nestlé-Konzern. (haem/cdm, ap/sda)
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