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Freitag, 8.1.2010

Harsche Kritik an Bundesrat Leuenberger

Nicht nur Post-Präsident Béglé steht in der Kritik. Auch Postminister Leuenberger wird kritisiert: Er habe zu lange zugeschaut, sagt etwa Nationalrat Binder.

Nationalrat Max Binder (SVP).

Postminister Moritz Leuenberger reagiert auf die geballte Kritik an Post-Präsident Claude Béglé: Von einer speziellen Arbeitsgruppe lässt Leuenberger untersuchen, warum es an der Spitze der Schweizer Post zu derartigen Problemen gekommen ist.

Damit wird der Druck auf den umstrittenen Verwaltungsratspräsidenten grösser. Aber auch Leuenberger selbst erntet Kritik: Sein Vorgehen zur Bewältigung der Probleme im Verwaltungsrat der Post stösst auf wenig Zustimmung.

Zu lange gewartet
Max Binder, der Präsident der für die Post zuständigen Nationalratskommission, sagte gegenüber Schweizer Radio DRS, lange habe Leuenberger nichts gemacht. «Und jetzt bin ich der Meinung, dass man fast überreagiert», so die Befürchtung Binders.

Nun sollten die Probleme innerhalb von wenigen Wochen gelöst werden. «Ich bin etwas skeptisch ob der kurzen Zeit, in der man einen aktionsfähigen Verwaltungsrat einsetzen will», so der SVP-Nationalrat.

Probleme bei Post grösser als angenommen
Denn, so zeigt sich Binder angesichts der tiefgreifenden Zerwürfnisse in der Postleitung überzeugt: «Insgesamt glaube ich, ist das Problem grösser, als man wahrscheinlich annimmt».

Damit spricht er auch auf die umstrittene Auslandstrategie des Post-Präsidenten Béglé an. Er habe gehört, erklärt Kommissionspräsident Binder, «dass Herr Béglé 1,5 Milliarden Franken im Ausland investieren will». Er wisse nicht, ob das so stimme, aber es sei höchste Zeit, dass sich Leuenberger mit der Situation befasse.

Luft für Béglé wird dünner
Gemäss Binder wird der umstrittene Post-Präsident Béglé Ende Monat vor der Nationalratskommission Rede und Antwort stehen müssen. Der Stuhl von Claude Béglé wackelt immer mehr. Binder macht klar: «Keine Tabus - da muss alles zur Diskussion stehen».

Auch von Seiten der Gewerkschaft hiess es, die Stellung von Post-Verwaltungsratspräsident Claude Béglé sei gefährdet. «Die Luft ist mehr als nur dünn, die Position von Herrn Béglé ist gefährdet», sagte Peter Heiri von der Gewerkschaft Transfair gegenüber Schweizer Radio DRS.

Konflikt im Dezember offen ausgebrochen
Der Konflikt bei der Schweizerischen Post war am 14. Dezember mit dem Rücktritt von Konzern-Chef Michel Kunz in Erscheinung getreten. Eine Woche später trat Verwaltungsrat Rudolf Hug zurück; letzten Dienstag tat es ihm Verwaltungsrat Wolfgang Werlé gleich. Beide nannten Differenzen mit Verwaltungsratspräsident Claude Béglé als Grund. (bat/acd/maup)

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Kritik am zögerlichen Handeln von Bundesrat Leuenberger. (Peter Maurer, 8.1.2009)
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