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Dienstag, 12.1.2010

Post-Affäre: Verwirrung um Arbeitsgruppe

Die von Bundesrat Leuenberger eingesetzte Arbeitsgruppe soll nun doch nicht die vergangenen Ereignisse im Post-Verwaltungsrat aufarbeiten. Die Kurskorrektur stösst auf Unverständnis.

Von Inlandredaktor Oliver Washington

Letzte Woche setzte Bundesrat Leuenberger eine Arbeitsgruppe ein, welche die Wirren im Post-Verwaltungsrat untersuchen und die Wahl der neuen Verwaltungsräte vorbereiten solle. Gestern wollte Leuenberger von einer genauen Aufarbeitung vergangenen Ereignisse nichts mehr wissen.

Die Arbeitsgruppe soll nun lediglich die Wahl der neuen Verwaltungsräte vorbereiten. Diese Kurskorrektur stösst im Nationalrat und bei den Gewerkschaften auf wenig Verständnis.

Giezendanner: Kein Verständnis
Klare Worte wählt SVP-Nationalrat Ulrich Giezendanner. Er hat überhaupt kein Verständnis, dass Leuenberger die Wirren der letzten Wochen nun doch nicht untersuchen will.

Nach der Abwahl des früheren Postchefs Michel Kunz, und dem Abgang von zwei Verwaltungsräten wolle er nun Klarheit über die Probleme, sagte Giezendanner gegenüber Schweizer Radio DRS: «Wir Nationalräte und insbesondere Bundesrat Leuenberger haben das Volk als Aktionäre zu vertreten.»

Leuenberger soll handeln
Giezendanner fordert von Leuenberger, dass er als politisch Verantwortlicher nun die Führung übernehme. Zuerst müsse Leuenberger die Probleme analysieren und erst dann die Wahl der neuen Verwaltungsräte vornehmen.

Post braucht Ruhe
Weniger hart ins Gericht mit Leuenberger geht Fritz Gurtner von der Gewerkschaft Kommunikation. Doch auch ihm ist aufgefallen, dass Leuenberger nun den Auftrag der Arbeitsgruppe neu definiert hat, und dass er sich nun explizit vor Verwaltungsratspräsident Claude Béglé stellt.

Man laviere hin und her. Er glaube, dies sende schlechte Zeichen für die Post als Konzern aus: «Dieser Konzern braucht jetzt Ruhe und Kontinuität.»

Hämmerle zeigt sich besorgt
Mit Besorgnis betrachtet SP-Nationalrat Andrea Hämmerle die Wirren rund um die Post. Er hat Verständnis, dass Leuenberger Béglé nicht einfach fallen lässt.

Doch es sei so viel Geschirr zerschlagen worden, dass er Zweifel hege, ob sich Claude Béglé als Postchef weiter halten könne, sagte Hämmerle gegenüber Schweizer Radio DRS.

Post braucht rasch klare Strategie
Hämmerle fordert, dass die Post nun rasch eine neue Strategie präsentiert. Schliesslich überarbeite das Parlament zurzeit das Postgesetz. Für eine neue Strategie brauche die Post aber einen funktionierenden Verwaltungsrat. (bat)

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Politik reagiert teilweise heftig auf die Kurskorrektur von Bundesrat Leuenberger. (Oliver Washington, 12.1.2010)
Hören (2:18)


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