Post-Präsident Béglé verteidigt Auslandspläne
Post-Präsident Claude Béglé. (zvg)
Post-Verwaltungsratspräsident Claude Béglé verteidigt seine umstrittene Auslandstrategie. Die Aufregung über die Auslandpläne der Post erklärt er sich mit dem Swissair- und dem Swisscom-Syndrom, wie er gegenüber der «Neuen Zürcher Zeitung» (NZZ) sagte.
Die Post wolle keinesfalls Klumpenrisiken eingehen und keinen Milliarden-Einkauf im Ausland tätigen, sondern durch «viele kleinere Deals» wachsen, erklärte Béglé.
Hauptziel ist die Grundversorgung
Er gab sich zugleich überzeugt, dass im internationalen Geschäft Erträge erzielbar sind, die den erwarteten Rückgang im Schweizer Geschäft mit einem Einbruch der Briefpost um 30 Prozent bis 2015 kompensieren können.
Hauptziel der Post ist laut dem Verwaltungsratspräsidenten «nicht ein maximaler Gewinn, sondern die Grundversorgung, der Universaldienst der Post bei Briefen, Zeitungen, Paketen und Zahlungsverkehr im Inland.»
Laut denken
Die Kritik, die in den vergangenen Tagen an ihm geäussert worden war, sei «unangenehm» und habe den Verwaltungsrat in seiner Arbeit gehemmt, sagte Béglé.
Er räumte ein, dass er unterschätzt habe, «was ich auslöse, wenn ich laut denke». Bei seinen Vergleichen der Post mit Nestlé und Google sei er missverstanden und falsch zitiert worden. Von einzelnen Leuten sei er auch bewusst missverstanden worden, sagte Béglé.
Dialog gesucht
Im Streit um die künftige Strategie der Post war es vergangene Woche zu einem weiteren Abgang an der Spitze gekommen: Der langjährige Verwaltungsrat Wolfgang Werlé hatte am 6. Januar seinen sofortigen Rücktritt angekündigt. Zwei Wochen zuvor war bereits Rudolf Hug aus dem Gremium ausgeschieden.
Beide gaben als Grund «unterschiedliche Auffassungen» mit Béglé an. Er habe den Dialog gesucht, erklärte der Verwaltungsratspräsident jetzt gegenüber der NZZ, doch es habe keinen Konsens gegeben: «Wenn ein neuer Mann kommt, gibt es immer Lager», sagte er weiter. (cdm, sda/ap)
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