Schwierige Zeiten auch für die Credit Suisse
CS-Chef Brady Dougan: Zu den schwierigen Geschäften kommt der Steuerstreit mit den USA. (Keystone)
Von Wirtschaftsredaktor Klaus Ammann
Credit Suisse gehöre zu den besten Banken der Welt. Das hat Brady Dougan, der US-Amerikaner an der Spitze der Credit Suisse, in den vergangenen Jahren immer wieder betont - stolz und cool. Cool blieb er auch heute, stolz war er weniger.
Vor allem im Investmentbanking läuft es schlecht
Vor allem im letzten Quartal sei das Geschäft schlechter gelaufen als erwartet, die Investment Bank habe tiefrote Zahlen geschrieben. Schuld daran seien die schwierigen Verhältnisse auf dem Finanzmarkt, so Brady Dougan, aber die CS hätte trotzdem besser abschneiden können.
Kommt dazu, dass die zweitgrösste Schweizer Bank Mitte letzten Jahres beschlossen hat, zu sparen - und das kostet in einem ersten Schritt vor allem. Der bereits bekannte Abbau von 3500 Stellen, vor allem im Investment Banking, werde durchgezogen - und er sollte reichen, um wieder wettbewerbsfähig zu werden, hofft Brady Dougan. Den verbleibenden Mitarbeitern hat Dougan wegen dem schlechten Abschneiden den Bonus gekürzt - im Schnitt um 41 Prozent. Er und seine Kollegen in der Chefetage erhalten sogar 57 Prozent weniger.
Krisenpotenzial verringern
In diesem schwierigen Umfeld ist die Credit Suisse wie alle internationale Banken daran, ihre Anfälligkeiten für Krisen zu reduzieren. Riskante Anlagen müssen entweder mit mehr Geld hinterlegt oder abgebaut werden. Die Credit Suisse bemüht sich, die riskantesten Engagements so rasch wie möglich loszuwerden. Doch weil das zurzeit viele Banken wollen, müsse die CS teils zu mässigen Preisen verkaufen, gibt Brady Dougan zu. Wichtiger sei ihm aber, dass die CS ihr Kernkapital - also das reale Geld zur Deckung ihrer Engagements - habe ausbauen können. Gleichzeitig gibt Dougan so zu, dass seine Bank das Ziel eines nachhaltigen Geschäftsmodells noch nicht erreicht habe. Sie sei auf dem Weg dorthin.
Neben den Schwierigkeiten im Geschäft belastet der ungelöste Steuerstreit mit den USA auch die Credit Suisse. Er hoffe, dass eine Lösung gefunden werden könne - und zwar bald, meint Dougan. Die Anklage gegen die Bank Wegelin zeige, wie ernst die Sache sei. Er glaube jedoch nicht, dass seine Bank das nächste Opfer sei, meint der CS-Chef. Die CS habe früh reagiert, sie habe keine UBS-Konten übernommen und sie kooperiere voll mit den Schweizer und den US-Behörden. Er hoffe, sagt Brady Dougan, dass die US-Behörden dies anerkennen. (ank)
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