Buch-Tipp: Matto Kämpf «Krimi»
Kämpfs Sprache sitzt. Ein Auszug aus der Eingangspassage seines Krimis, die den Kommissar skizziert: «Er ist ein Weltkrieg von einem Mann: 1.70 m gross, längliche Arme, Schnauz.»
Matto Kämpf, geboren 1970, Berner, schreibt meisterlich Kurztexte (2007 sind seine «Tiergeschichten» erschienen), Filme und Theaterstücke. Von der Prosawarte aus gesehen ist er der König der Absurditäten und Knecht der Schweizer Eigenartigkeiten: So wie er schreibt, scheint es, er habe keine Wahl, ob er sie beobachten will oder nicht: Er sieht sie einfach. Und muss sie umsetzen.
So nun auch in seinem neuesten Buch mit dem kennzeichnenden Titel «Krimi». Darin zieht es den Kommissar von der Stadt aufs Land in ein kleines Dorf, wie es sie überall in der Schweiz gibt. In diesem Dorf hängt ein toter Mann am Zwetschgenbaum, durchlöchert von einer Mistgabel.
Es kommt, wie es in einem Krimi kommen muss: Der Kommissar macht sich mit den Dorfexponenten und ihren Gepflogenheiten vertraut, verkommt in der Wirtschaft «Zur Sau» und hat kaum eine Wahl: Viel mehr als den Ermittlungen muss er sich den Einheimischen und ihre Marotten widmen. Der Krimi endet tragisch «nach unzähligen Schlachtplatten-Fiaskos, Crèmeschnitten-Eskapaden und Pflümli-Katastrophen».
Ausgestattet ist das Buch mit waschechtem Fleisch-Einwickelpapier vom Metzger und rühmenswerten Bildern und Illustrationen, die in ihrem Charme und Witz dem Text in Nichts nachstehen.
Das Buch:
Matto Kämpf «Krimi»
Paperback, 48 Seiten, mit Illustrationen
Verlag der gesunde Menschenversand 2009
ISBN: 978-3-905825-12-1
SFr: 16.--
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