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Dienstag, 22.12.2009

Klimagipfel bremst Emissionshandel

Der Klimagipfel von Kopenhagen hat unmittelbare finanzielle Auswirkungen: Im internationalen Handel mit Emissionszertifikaten sind die Preise drastisch gefallen.

Von Wirtschaftsredaktor Martin Stucki.

Am Weltklimagipfel von Kopenhagen konnten sich die Teilnehmer nicht auf verbindliche Ziele für die Reduktion von C02-Emissionen einigen. Die Wirtschaft rechnet deshalb mit weniger strengen Umweltauflagen und das wirkt sich auf die Preise von Emissionszertifikaten aus.

Sinkende Preise für Verschmutzungsrechte
An der Londoner Klimabörse, wo europäische Firmen ihre überschüssigen Verschmutzungsrechte verkaufen können, sind solche Emissionszertifikate so billig zu haben wie seit einem halben Jahr nicht mehr.

Schon vor der Klimakonferenz von Kopenhagen war das Recht zum Ausstoss einer Tonne CO2 stetig gesunken. Am Montag nach der Klimakonferenz sanken die Preise bei Handelsbeginn nochmals um fast neun Prozent, auf 12 Euro 40.

Starkes Signal aus Kopenhagen fehlt
Den St. Galler Professor für Energiewirtschaft, Rolf Wüstenhagen, überrascht das nicht. Eine verbindliche Vereinbarung für die Einsparung von Emissionen sei in Kopenhagen ja ausgeblieben. Das hätte ein sehr starkes Signal auch auf den CO2-Markt gesendet. Und damit eine Preiserhöhung zur Folge gehabt. Für Wüstenhagen hat die Klimakonferenz von Kopenhagen eine grosse symbolische und eine geringe materielle Bedeutung.

Sinkende Preise auch für Uno-Zertifikate
Seit Anfang Jahr sind die Verschmutzungsrechte, mit denen sich Firmen das Recht erkaufen, Treibhausgase auszustossen, um über 20 Prozent billiger geworden. Und auch der Preis für die Uno-Zertifikate, durch die sich europäische Firmen mit Projekten in Entwicklungsländern CO2 reinwaschen können, ist ein Fünftel gesunken.

Trendwende bei den Preisen absehbar
Das werde langfristig nicht so bleiben, ist Energiewirtschaftsprofessor Wüstenhagen überzeugt. Denn auch das in Kopenhagen vereinbarte Maximum von zwei Grad Klimaerwärmung erfordere drastische Einsparungen beim CO2.

Schweizer mischeln bald stärker mit
Langfrsitig werden auch Schweizer Firmen verstärkt auf diesem Emissionsmarkt präsent sein. Der Bundesrat hat letzte Woche beschlossen, mit der EU über eine Schweizer Teilnahme an der europäischen Handelsplattform für Emissionszertifikate zu verhandeln. (bat/stum)

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Das magere Ergebnis des Klimagipfels in Kopenhagen drückt die Preise für Emissionszertifikate.(Martin Stucki, 22.12.2009)
Hören (2:03)

Kopenhagen: Kein Kyoto-Nachfolger

Dossier: Klimawandel und die Folgen

Schweizer Klima- und Energiepolitik


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