Buch-Tipp: Monika Stocker «He, dich kenne ich doch»
Monika Stocker bei ihrem Abschied aus der Zürcher Stadtregierung. (key)
Sie hat ihre Erlebnisse notiert, als «Agendanotizen», vielleicht in erster Linie für sich, um das Erlebte schwarz auf weiss Revue passieren zu lassen. Nun schenkt sie die Miniaturen den Lesern, die weder ZürcherInnen noch politisch in einer Richtung eingespurt (um ein Haar hätte ich «eingesperrt» geschrieben) sein müssen, um von diesem Buch angesprochen zu sein.
Socken für alle!
Monika Stockers Erlebnisse gründen auf Begegnungen mit Menschen, die auffallen, frei- oder unfreiwillig. Das kann ein Herr von der Kontrollbehörde der UNO sein, der sich monologisch über den Zustand der Welt mokiert, aber auch die eine Frau, die bei jeder Gelegenheit die Nadeln klappern lässt, Socke um Socke strickt, für alle!, wie sie aufs Stockers Nachfragen hin verrät und - flüsternd, es soll ein Geheimnis bleiben - dass sie die Socken abgebe.
Sie würden von der Heilsarmee verteilt und viele Leute in der Tagesstätte, in der die Begegnung von Stocker und der Frau stattfindet, würden ihre Socken tragen, ohne dass sie es wüssten.
Mit Hirn und Herz
Aus Stockers Erlebnissen ist herauszulesen, dass sie ihren Beruf mit Hirn und Herz belebt hat, Menschen mit allerhand komplizierten, deprimierenden und heiklen Lebensläufen Vertrauen geschenkt hat, das sicher enttäuscht wurde, aber oft auch, so zeigt es das Buch, bestätigt. Stocker liess sich von allen Leuten ansprechen und gibt diese Stimmen wieder, die davon erzählen, wie viele Welten es auf unserer Welt gibt.
«He, dich kenne ich doch» ist ein Muss für: Ausserirdische. Das Buch entreisst aus weltfremden Galaxien und setzt einen mitten im Leben aus. (tak)
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