Buch-Tipp: Franka Potente «Zehn»
Franka Potente macht nicht nur als Schauspielerin Eindruck, sondern auch als Schriftstellerin.
Franka Potente (*1974) ist eine sehr erfolgreiche deutsche Schauspielerin. Sie spielte die Hauptrolle in «Lola rennt», einem Meilenstein der deutschen Filmgeschichte und schaffte den grossen Schritt nach Amerika: Sie war in Hauptrollen von Spielfilmen wie «Bourne Identity» genau so zu sehen wie in «Dr. House». Nun hat Franka Potente zehn berührende Geschichten geschrieben.
Stille
Die Geschichten spielen im heutigen Japan - Franka Potente drehte dort einen Film und liess sich von Japan faszinieren - die Figuren sind jugendlich bis alt und quälen sich still.
Einer jungen Mutter wächst die Energie ihres Kindes über den Kopf - still schaut sie zu, wie es über die Balkonbrüstung klettert. Oder Frau Nishki. Ihr Mann hat sie verlassen. Sie zieht sich mit gebrochenem Herzen ins Schweigen zurück und sucht Trost beim Kochen. Und ein junger Japaner ist überfordert von der Lebenslustigkeit einer begehrenswerten schwedischen Praktikantin - er sagt nichts und versucht mit ihr mitzuhalten, doch das bekommt ihm nicht.
Was wir von Japan gehört haben
Franka Potente holt Leser, die zu Japan lediglich Assoziationen wie «Nudelsuppe», «Fächer» oder «Kirschblüte» haben, ab und nimmt sie mit nach Japan. Doch Achtung, das Buch will keine Gebrauchsanweisung für Japan sein, es schildert Sequenzen aus den Lebensläufen einzelner Figuren. Die Autorin lässt dabei Traditionen auf Lebensumstände treffen und zeigt die Figuren in ihrer Verletzlichkeit. «Zehn» ist ein stilles, schönes Buch. (kum)
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