Buch-Tipp: Jens Steiner «Hasenleben»
Sie rennt wie ein Hase durchs Leben, ändert immer wieder plötzlich die Richtung. «Hasenleben» erzählt eine Geschichte, die von ständiger unruhiger Veränderung durchtränkt ist. Erzählt wird sie ruhig, sie bleibt immer fassbar, der Autor packt die Leser und lässt sie nicht los.
Es geht um Lili
Es geht um Lili. Nein, es geht um Emma. Also zuerst geht es um Lili. So fängt die Geschichte an: Mit Lili, der Mutter von Emma und Werner. Sie ist überfordert, nicht von den Kindern, sondern von sich selber.
Sie kann ihre Vergangenheit nicht zurechtrücken und wann immer sie sich erinnert, flüchtet sie. Von Genf nach St. Moritz. Die Kinder nimmt sie mit, ob sie wollen oder nicht. Lili hat keine Geborgenheit kennengelernt. Wie sollte sie sie den Kindern schenken können?
Es geht um Emma
Aber die Kinder lassen sich nicht ewig mitzerren. Sie reagieren auf das Flüchten der Mutter, auf deren Hilflosigkeit, Exzesse und Gemütsschwankungen. Emma geht hart mit sich selber ins Gericht und schneidet sich in die Haut. Werner schnüffelt in den Zimmern der Gäste des Hotels herum, in dem Lili in St. Moritz arbeitet.
Bald geht es nicht mehr weiter: Dem Trio widerfährt ein grosses Unglück und Emma verschwindet, weit weg von der Mutter, weiter, weiter! Nun geht es in diesem intensiven Roman um Emma, die lange nicht sehen kann, dass sie denselben Weg einschlägt wie die Mutter.
«Hasenleben» ist ein Muss für: Organische. Das Buch geht an die Nieren, kriecht einem über die Leber, berührt das Herz und beschäftigt das Hirn.
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