Buch-Tipp: Hans Platzgumer «Der Elefantenfuss»
«Der Elefantenfuss» ist nichts für empfindliche Leser, an manchen Stellen ist es sehr brutal.
1986 explodierte im Kernkraftwerk Tschernobyl ein Reaktor, der Grund: Menschliches Versagen. Die knapp 50'000 Menschen, die im vier Kilometer entfernten Prypiat wohnten, wurden evakuiert. Prypiat, der Schauplatz des Romanes, der 2011 spielt, ist heute eine gut besuchte Geisterstadt.
Auf der Suche nach Gott
Es gibt viele Menschen - im realen Leben wie auch in diesem Roman - die sich im verstrahlten Prypiat und in der Nähe des Kernkraftwerkes aufhalten möchten. Im Roman sind es zum Beispiel Phillipe und Soraya, ein Paar, das Gott sucht. Es glaubt, dass er durch den Unfall im Kernkraftwerk zur Menschheit gesprochen hat und dass er darum vor Ort sein muss. Es werden auch die Geschichten anderer Besucher von Prypiat erzählt, die die Wege von Soraya und Phillipe kreuzen.
Suchende Menschen
Soraya ahnt nicht, dass ihr Mann «im Namen Gottes» ins Kernkraftwerk Tschernobyl eindringen und zum «Elefantenfuss» gelangen will. Dieser verbirgt sich im Innern des Sarkophags, der über den explodierten Reaktor gestülpt worden war: «Tief im seinem Inneren verbargen sich 190 Tonnen angereichertes Plutonium, verschmolzen mit Grafit, Bitumen, Sand und den Resten der Brennstäbe - erstarrt in einer Form, die die Wissenschafter an den Fuss eines Elefanten erinnerte.»
Brutale Wahrheiten
Der Roman, ist nichts für empfindliche Leser, an manchen Stellen ist es sehr brutal. Wer sich das packende Buch aber zutraut, findet darin erst eine literarische Zusammenfassung des Unfalls im Kernkraftwerk Tschernobyl, dann schickt Hans Platzgumer seine Figuren in ihre Geschichten. (tk)
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