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Dienstag, 26.4.2011

Buch-Tipp: «Gruber geht» von Doris Knecht

Doris Knecht ist bestens bekannt als ehemalige Kolumnistin des Magazins des Tages-Anzeigers. Nun debütiert Doris Knecht mit einem Roman.

Ein ganzer Roman von Doris Knecht, geschrieben in ihrer bewährten «Gerade-Heraus-Art».

Gruber geht
von Doris Knecht

Buch
CHF 24.50

  • Kaufen

Sie ist beliebt bei den Lesern, die ihren saloppen Sarkasmus verehren und verpönt bei denen, die es daneben finden, mit welch' scharf gewetzter Feder die Österreicherin über Themen wie «Familie» schreibt.

«ES IST EINE KNECHT!»
... verlockt es die Verfasserin dieser Zeilen zu rufen, ganz so, als wäre sie im Kreissaal und hätte ein Buch entbunden. Doris Knecht bleibt in ihrem Roman ihrer Gerade-Heraus-Art treu.

John Gruber, der Hauptdarsteller in diesem Buch-Stück, ist ein beruflich ehrgeiziger Wichtsack Mitte 30, der mit Frauen vor allem in der Horizontalen etwas anfangen kann und Gefühle wegsauft, vor allem, seit er heftige Bauchschmerzen hat und ein ungeöffnetes Couvert vom Spital mit sich herumträgt.

Schnelles Leben ohne Schwung
In diesem Brief - das weiss er - steht, was in seinem Bauch los ist und weil er es nicht wissen will, öffnet er das Couvert nicht und rast durch die Tage. Hilfe erfährt er in Form von Sarah, einer DJane.

«Gruber geht» bietet eine unerwartete Wendung, zärtlichen Humor, verschiedene Erzähler und eine bitterböser Zeitgeistanalyse dieses «noch mehr von allem»: Noch mehr Erfolg, Frauen, Drogen, Flügen.

Und es zeigt mehrfach Szenen dieses «internet-ären Überallseins ohne dabei jemanden zu treffen». Dieser Zeitgeist gibt dem Leben faszinierende Geschwindigkeit, aber in Grubers Fall keinen Schwung. Er geht fast daran zu Grunde.

«Gruber geht» ist ein Buch für Leser, die Temperaturwechseln gegenüber aufgeschlossen sind: Doris Knecht taut nicht nur das Herz ihres kaltschnäuzigen Protagonisten, sondern auch die Herzen vieler Leser auf.

Leseprobe:
«Er steigt eine Station früher aus der Strassenbahn und läuft zu Fuss über die Brücke. Nur, falls die Herren Stinkfad und Sackblöd bei seiner Ankunft gerade aus dem Taxi steigen, dann könnte er nämlich sagen, er hat noch einen kleinen Spaziergang vom Hotel her gemacht. Er ist nämlich ein Naturbursche, voll im Saft, damit das klar ist, mit Spitzenkondition, er geht oft zwischendurch einmal ein paar Kilometer, macht dich locker, lüftet dich schön aus, speziell an einem so klaren Märzabend ... » (kum)

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Buch-Kritik von Tanja Kummer
Hören (3:55)

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Tanja Kummer kennt sich bestens aus in Sachen Literatur und gibt jeden Dienstag nicht nur Bücher-Tipps aus verschiedenen Genres, sie weiss auch, wem welches Buch gefallen könnte.

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