Loblied auf 100 Jahre GAV
Bundesrat Schneider-Ammann bei der Tagung in Bern. (Keystone)
Bundesrat Johann Schneider-Ammann hat die seit 100 Jahren in der Schweiz bestehenden Gesamtarbeitsverträge gewürdigt. «Vertrauen schenkt man sich dann, wenn man sich aufeinander verlassen kann», sagte er an einer Jubiläumstagung in Bern vor Vertretern von Arbeitnehmer- und Arbeitgeberverbänden. Vertrauen könne jedoch nicht einfach eingefordert werden. Man müsse es immer wieder neu erwerben, so Schneider-Ammann.
Dass der Schweizer Staat im internationalen Vergleich nur wenig in den Arbeitsmarkt eingreife, sei nur möglich, weil die Arbeitsbedingungen in der Schweiz in erster Linie zwischen den Sozialpartnern ausgehandelt würden.
«Gut für den sozialen Frieden»
Die GAV und der liberale Arbeitsmarkt in der Schweiz sorgen nach Auffassung Schneider-Ammanns auch dafür, dass es in der Schweiz nur wenig Arbeitslose gebe. «Diese gut funktionierende Sozialpartnerschaft fördert den sozialen Frieden, was ein wichtiger Vorteil für den Wirtschaftsstandort Schweiz ist», sagte Schneider-Ammann. So gingen in der Schweiz äusserst wenige Arbeitstage durch Streiks verloren.
Ein weiterer Pluspunkt des GAV sei, dass er einen weiten Wirkungskreis habe, erklärte der Bundesrat weiter. Nicht nur Mitglieder, sondern auch Branchen, Regionen oder Unternehmen, die keinem GAV unterliegen, orientierten sich häufig an bestehenden Verträgen. Der Staat halte sich zurück und greife nur ein, wenn es notwendig sei.
Rund 1,7 Millionen Arbeitnehmer in GAV
Nach Angaben des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes (SGB) unterstehen heute mehr als die Hälfte aller Arbeitnehmenden einem GAV - insgesamt etwa 1,7 Millionen Menschen. (ank, sda/ots)
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