ZKB: Mehr Gewinn dank gutem Zinsgeschäft
Die ZKB hat 2011 gut geschäftet. (Keystone Archiv)
Der Gewinnanstieg bei der Zürcher Kantonalbank (ZKB) basiert hauptsächlich auf dem Zinsgeschäft, das den Ertrag um 83 Millionen auf 1,18 Milliarden Franken steigern konnte, wie die Bank in Zürich bekannt gab. Man habe sich frühzeitig auf die Zuspitzung der Spannungen in der Eurozone eingestellt und sich gegen sinkende Zinsen abgesichert.
Weitergeführt wurde laut ZKB auch die mittel- und längerfristige Absicherung auf möglicherweise steigende Zinsen.
377 Millionen an Kanton und Gemeinden
Der Kommissions- und Handelserfolg ging indessen etwas zurück. Vom Gewinn überweist die Bank dem Kanton 220 Millionen Franken und den 171 Zürcher Gemeinden 110 Millionen Franken. Dazu wird dem Kanton das Stellen des Dotationskapitals mit 47 Millionen Franken abgegolten.
Im Lauf des Jahres 2011 erhielt die ZKB unter dem Strich 12,3 Milliarden Franken Neugeld. 2010 waren der Bank, die wegen der umfassenden Garantie des Kantons Zürich ein relativ starkes Kundenvertrauen geniesst, 12 Milliarden Franken zugeflossen. Ende Jahr hatte die ZKB 176,6 Milliarden Vermögen unter Verwaltung, 7 Prozent mehr als im Vorjahr. «Wir sind der fünftgrösste Vermögensverwalter der Schweiz», sagte Bankchef Martin Scholl vor den Medien.
US-Geschäft hatte nie Priorität
Die Lage im US-Steuerstreit sei «schwer einschätzbar», hiess es von der Bank. Die ZKB ist wie zehn weitere Schweizer Banken Gegenstand von Untersuchungen durch amerikanische Behörden, welche Jagd auf US-Steuerflüchtlinge und deren Bankberater machen.
Bankchef Scholl beteuerte, das Geschäft mit US-Kunden sei nie eine Priorität gewesen. 2008, als die ZKB im Zuge des Vertrauensverlusts in die Grossbanken einen enormen Neugeldzufluss von 16,4 Milliarden Franken verzeichnete, seien auch einige US-Kunden dazu gekommen, so Scholl. Der US-Anteil am Neugeld habe aber «im tiefen einstelligen Prozentbereich gelegen.»
«Es waren Kunden, die verunsichert waren», erklärte Scholl. Im ersten Halbjahr 2008 sei noch nicht abschätzbar gewesen, wie sich die Lage in den USA entwickeln würde.
ZKB will mit den US-Behörden kooperieren
Das Zürcher Staatsinstitut setzt aber auf Kooperation. «Das heisst, dass wir Informationswünschen der USA nachkommen, sofern sie mit Schweizer Recht vereinbar sind», sagte Scholl. Dazu gehöre es, den Amerikanern zu erklären, was die ZKB sei und wie ihr Geschäftsmodell aussehe.
Die Frage, ob die ZKB Rückstellungen für eine mögliche Strafzahlung in den USA gemacht habe, beantwortete Scholl nicht. Generell sei es seit Gründung der Bank so, dass die Bank immer «Vorkehrungen für Risiken treffe». Eine Strafzahlung würde aber den Gewinn der ZKB belasten, sagte Scholl. Ob das die Gewinnausschüttung an Kanton und Gemeinden tangieren sollte, wäre dann eine Entscheidung des Bankrates.
«Nicht von UBS profitiert»
Die UBS begann sich 2008 von US-Kunden zu trennen, nachdem gegen die Grossbank in den USA eine Untersuchung eingeleitet worden war. Die ZKB könne dokumentieren, dass sie nicht von der Situation der UBS in den USA habe profitieren wollen, beteuerte nun Bankchef Scholl.
Im Juni 2009 habe sich die Bank von Wertschriftenkunden aus den USA getrennt, so Scholl. «Rückblickend wäre ein noch schnellerer Ausstieg aus dem US-Geschäft besser gewesen», sagte er weiter. Im Dezember 2011 entschied die ZKB, sich auch von Schweizer Kunden, die in den USA domiziliert sind, zu trennen. (pet, sda)
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