Sony-Hacker verkünden Ende der Angriffe
Die Hackergruppe LulzSec hat nach einer Reihe spektakulärer Angriffe auf Webseiten von Unternehmen und dem US-Geheimdienst CIA das Ende ihrer Tätigkeiten bekannt gegeben. «Wir sind Lulz Security, und dies ist unsere letzte Botschaft», schrieb die Gruppe am Samstag.
Aufwändige Fahndung nach den Netzpiraten
«Unsere für 50 Tage geplante Kreuzfahrt ist beendet, und wir müssen nun fortsegeln», schrieb die Gruppe von «sechs Mitgliedern» auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. Einen konkreten Grund für ihre Auflösung nannte sie nicht, jedoch war in den letzten Tagen der Fahndungsdruck auf die Netzpiraten gestiegen.
Lulz Security, auch LulzSec genannt, hatte sich die stilisierte Darstellung eines Schiffs als Logo gewählt. Der Name der Gruppe leitet sich ab vom englischen Szenewort «lulz» (LOL steht für «laugh out loud», laut lachen) und «Security» (Sicherheit).
Internet-Angriffe auf CIA und Sony
Die Hackergruppe hatte in den vergangenen Wochen zahlreiche Onlineangriffe gestartet. Unter den Opfern waren der US-Senat sowie die Unternehmen Sony und Nintendo. Auch die Internetseite des US-Geheimdienstes CIA legten die Hacker für gut zwei Stunden lahm.
Weiter hatten sie aus Protest gegen das scharfe Einwanderungsrecht in Arizona interne Daten der Sicherheitsbehörde des US-Bundesstaates im Internet veröffentlicht. Zum Schluss vermeldete die Vereinigung noch mal einen grossen Coup: Sie gelangte an interne Dokumente des Internetkonzerns AOL und der Telefongesellschaft AT&T. Damit will sich die Gruppe nun begnügen.
Keine kriminellen Ziele verfolgt
In den vergangenen 50 Tagen hätten sie Unternehmen, Regierungen und die Bevölkerung selbst «gestört und entblösst, einfach weil wir es konnten», hiess es weiter. Sie hofften, dass die Bewegung zu einer Revolution führe, die ohne sie weitergehe. Lulz Security hat stets betont, dass sie sich amüsieren wolle und keine kriminellen Ziele verfolge.
Internationale Ermittler und Sicherheitsfirmen fahnden nach den Mitgliedern der Gruppe. Nach Informationen der «New York Times» arbeitet die US-Bundespolizei FBI dabei mit Agenten des Auslandgeheimdienstes CIA und europäischen Sicherheitsbehörden zusammen.
Doch auch innerhalb der Szene hat der Druck auf LulzSec in den letzten Tagen zugenommen. Aktivisten der niederländischen Gruppe TeamPoison legten das Blog eines mutmasslichen Mitglieds der Gruppe lahm und drohten damit, Namen und Daten von LulzSec-Mitgliedern preiszugeben.
Junger Mann in Grossbritannien verhaftet
Am vergangenen Montag war in London ein 19-jähriger Brite unter dem Verdacht festgenommen worden, zu Lulz Security zu gehören. Obwohl die Gruppe dies abstritt, wurde er am Donnerstag in Untersuchungshaft genommen.
Nachdem dem Gericht am Samstag eine Diagnose vorgelegt worden war, wonach der junge Mann unter dem Asperger-Syndrom, einer Form des Autismus, leidet, ordnete der Richter zunächst seine Freilassung auf Kaution an. Nach einem Einspruch der Staatsanwaltschaft wurde diese Entscheidung jedoch wieder zurückgenommen. (pet, sda/afp/Reuters/dpa/dapd)
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