Empfehlungen von Luzia Stettler, «Buchmensch des Jahres» 2011: Die DRS-1-Redaktorin stellt hier jeden Monat ein Buch vor, das ihr am Herzen liegt. Titel, die in ihrer Lesebiografie aus ganz unterschiedlichen Gründen Spuren hinterlassen haben.
Luzia Stettler freut sich über die Ehrung: «Ich verstehe mich als Vermittlerin.» (srf)
Vielleicht kann man erst im fortgeschrittenen Alter mit Gewissheit beurteilen, welche Bücher die eigene Lese-Biografie nachhaltig geprägt haben. Im Rückblick steht für mich fest: Thomas Manns erster grosser Roman, «Buddenbrooks», war für mich ein Schlüsselerlebnis. Mehr
Es gibt Bücher, die kann man immer wieder zur Hand nehmen und entdeckt jedes Mal eine neue Qualität: So ergeht es mir bei Joan Didions Band «Das Jahr des magischen Denkens». Die Publizistin erzählt vom Weiterleben nach dem plötzlichen Tod ihres Mannes. Mehr
Eigentlich mag ich rührende Liebesgeschichten überhaupt nicht. Sie sind für mich meistens sehr unglaubwürdig. Aber die Art und Weise, wie Jan-Philipp Sendker das Thema umsetzt, hat mich sehr ergriffen: gefühlvoll, poetisch aber nie kitschig. Mehr
Für mich enthält dieser Schmöker der Holländerin alles, was eine spannende, berührende Lektüre braucht: Einen realen, historischen Hintergrund, interessante Figuren, grosse Gefühle, faszinierende Schauplätze, und jede Menge Überraschungen. Mehr
Kaum ein Sachbuch hat mich als junge Frau derart beeinflusst wie «Die friedfertige Frau» von Margarete Mitscherlich. Schonungslos räumt die bekannte Psychoanalytikerin auf mit dem Mythos, dass Aggression ein einseitig männliches Phänomen sei. Das Buch schlug 1985 ein wie eine Bombe. Mehr
Für mich gehört der autobiografische Bericht von Arno Geiger über seinen alzheimer-kranken Vater zu den literarischen Highlights im Jahr 2011. Die zärtliche Verbundenheit, die zwischen den beiden Männern spürbar ist, geht ans Herz. Mehr
Als die «Titanic» unterging, soll die Schiffskapelle bis zum bitteren Ende gespielt haben. Erik Fosnes Hansen blendet in seinem fulminanten Roman «Choral am Ende der Reise» in die fiktiven Leben von fünf Bord-Musikern zurück. Er entwirft gleichzeitig ein grandioses Sittengemälde Europas am Vorabend des 1. Weltkrieges. Mehr
Manchmal verändert ein Moment das ganze Leben. So passiert es Glyn, als er zufällig auf ein verräterisches Photo seiner verstorbenen Frau Kath stösst. Hervorragend entlarvt Penelope Lively in ihrem Roman «Das Photo» die alltäglichen Lebenslügen. Mehr
Einer der grössten zeitgenössischen Romanciers ist für mich der US-Amerikaner John Irving. Sein Markenzeichen: Pralle Geschichten, aberwitzige Situationen und Figuren, die einen ans Herz wachsen. Mein Favorit: «Gottes Werk und Teufels Beitrag», der unter dem Originaltitel «The Cider House Rules» auch erfolgreich verfimt wurde. Mehr
Das Grand-Hotel «Giessbach» am Brienzersee in den 30er-Jahren. In dieser gediegenen Kulisse spielt «Ein perfekter Kellner» von Alain Claude Sulzer. Für mich eine Perle der zeitgenössischen Schweizer Literatur. Mehr
Es gibt Bücher, die bleiben mir wegen einzelnen Sätzen oder Szenen nachhaltig in Erinnerung. «Die grössere Hoffnung» gehört dazu. In diesem autobiografischen Roman erzählt die österreichische Dichterin Ilse Aichinger von Kindern und vom Kindsein im Dritten Reich. Mehr
«Die Frau in Weiss» aus dem Jahre 1860 ist für mich einer der spannendsten Schmöker überhaupt. Ich habe das Buch vor mehr als dreissig Jahren zum ersten Mal verschlungen und seither schon mehrmals wiedergelesen. Mehr
2011 war für Literatur-Redaktorin Luzia Stettler ein ganz besonderes Jahr: Der Schweizerische Buchhändler- und Verlegerverband wählte sie zum «Buchmensch des Jahres». Jetzt zieht sie eine persönliche Bilanz, erzählt von besonderen Begegnungen und verrät ihren literarischen Favoriten 2011. Mehr
Viele Menschen träumen von einer Wohnküche oder einem Wintergarten. Die DRS-1-Radiofrau Luzia Stettler träumte schon immer von einem Raum voller Bücher. Mehr